MVZ-Verband fordert Masterplan: Ambulantisierung als Hebel für GKV-Finanzreform
BBMV warnt vor einseitiger Klinik-Fokussierung – Intersektorale Versorgung durch MVZ-Strukturen stärken
Wie das Ärzteblatt berichtet, drängt der Bundesverband der Betreiber medizinischer Versorgungszentren (BBMV) darauf, die anstehenden Strukturreformen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) konsequent für eine verstärkte Ambulantisierung zu nutzen. Die BBMV-Vorsitzende Sibylle Stauch-Eckmann fordert einen umfassenden „Masterplan“, um Kostensenkungen mit einer effektiven Leistungsverlagerung in den ambulanten Sektor zu verknüpfen.
Die Diskussion um die finanzielle Konsolidierung der GKV muss nach Ansicht des BBMV untrennbar mit einer Neuausrichtung der Versorgungsstrukturen verbunden sein. In Berlin erklärte der Verband, dass Maßnahmen zur Ausgabendämpfung so gestaltet werden müssten, dass sie die Ambulantisierung aktiv unterstützen, statt sie zu behindern. Kritisiert wird dabei vor allem das Fehlen einer koordinierten Strategie, die über sektorale Grenzen hinweg greift.
Ein zentraler Kritikpunkt des Verbandes ist die aktuelle Tendenz, Ambulantisierung primär als Entlastung oder Ausgründung aus den Krankenhäusern heraus zu definieren. Stauch-Eckmann warnt vor einer Schwächung des bereits bestehenden ambulanten Sektors durch einseitige regulatorische Bevorzugung klinischer Strukturen. Stattdessen sollten Medizinische Versorgungszentren (MVZ) aufgrund ihrer Größe und ihrer bereits etablierten intersektoralen Arbeitsweise als natürliche Ankerpunkte dieser Transformation gestärkt werden.





