AOK-Krankenhausreport 2025: Kein flächendeckendes Kliniksterben, sondern tiefgreifender Strukturwandel

Zahl der Insolvenzen steigt – viele Häuser sanieren sich im Eigenverwaltungsverfahren und passen sich der neuen Krankenhauslandschaft an

Die Zahl der Krankenhausinsolvenzen in Deutschland ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen, insbesondere seit 2022. Hauptgründe sind laut Krankenhaus-Report 2025 der AOK gestiegene Tariflöhne und Sachkosten, sinkende Fallzahlen sowie das Auslaufen der Corona-Ausgleichszahlungen. Dadurch stehen viele Kliniken mit unveränderten Personalstrukturen, aber rückläufigen Erlösen vor finanziellen Herausforderungen. Trotz der gestiegenen Insolvenzzahlen zeige sich kein flächendeckendes Kliniksterben: Viele Häuser sichern ihren Betrieb durch Eigenverwaltungsverfahren, bei denen die Geschäftsführung während des Insolvenzverfahrens weiter die Klinik leitet. Ziel ist die Sanierung in Eigenregie und die Anpassung des Leistungsangebots. Häufig können bereits nach kurzer Zeit neue Investoren gewonnen oder der Betrieb unter angepasster Struktur fortgeführt werden.

Wichtige Erkenntnisse des Reports
  • Klinikinsolvenzen treten regional unterschiedlich auf: Häufiger in Kreisen mit älteren Bevölkerungsanteilen, seltener bei niedrigem Einkommen; in wohlhabenderen Regionen steigen Insolvenzen ebenfalls.
  • Kliniklandschaft bleibt dicht: Deutschland verfügt weiterhin über eine hohe Klinikdichte, auch wenn regionale Unterschiede bestehen.
  • Konzentration und Spezialisierung: Viele insolvente Häuser nutzen die Gelegenheit zur Neuordnung und Fokussierung auf spezialisierte Leistungen, wodurch sich langfristig die Versorgungsqualität erhöhen kann.
  • Investitionslücke: Der Anteil der Länder an der Krankenhausfinanzierung ist seit 1991 von rund 10 % auf 3 % 2021 gesunken; jährlich ergibt sich ein Finanzierungsdefizit von rund 6 bis 6,7 Milliarden Euro.
Ausblick

Die laufende Krankenhausreform, einschließlich Transformationsfonds, Leistungsgruppen und Vorhaltevergütung, soll die Versorgung stabilisieren. Ob dies ausreicht, bleibt offen. Der Report betont jedoch: Das viel zitierte „Kliniksterben“ hat bisher kaum stattgefunden, und die Eigenverwaltungsverfahren bieten Krankenhäusern die Chance, gestärkt aus der Krise hervorzugehen.