Klinikinsolvenzen könnten Milliardenkosten auslösen

Kommunale und kirchliche Träger in Baden-Württemberg warnen vor hohen Verpflichtungen aus der betrieblichen Altersversorgung

Eine mögliche Insolvenzwelle unter den Krankenhäusern in Baden-Württemberg könnte nach Einschätzung kommunaler und kirchlicher Träger Folgekosten in Milliardenhöhe verursachen. Wie der SWR berichtet, geht es dabei insbesondere um Verpflichtungen aus der betrieblichen Altersversorgung der Klinikbeschäftigten. Die Träger fordern deshalb ein Krankenhaus-Nothilfeprogramm.

Hinter der Warnung steht ein besonderes finanzielles Risiko: Wird über ein Krankenhaus ein Insolvenzverfahren eröffnet, endet nach Darstellung der Träger dessen Mitgliedschaft in der zuständigen Zusatzversorgungskasse. Diese sichert die Betriebsrenten der Beschäftigten ab.

Die Zusatzversorgungskasse müsse dann von den kommunalen oder kirchlichen Krankenhausträgern einen Ausgleichsbetrag für bereits bestehende und künftige Rentenansprüche verlangen. Landkreistag, Städtetag, Gemeindetag, Kirchen und Baden-Württembergische Krankenhausgesellschaft (BWKG) rechnen für Baden-Württemberg insgesamt mit Verpflichtungen von mehreren Milliarden Euro.

Klinikdefizit könnte 2027 auf 1,6 Milliarden Euro steigen

Gleichzeitig verschärft sich nach Einschätzung der Träger die wirtschaftliche Situation der Krankenhäuser. Für 2026 wird demnach bereits ein Defizit von rund 880 Millionen Euro prognostiziert. Im kommenden Jahr könnte es auf 1,6 Milliarden Euro steigen.

Die Organisationen fordern deshalb ein Nothilfeprogramm für die Krankenhäuser. Eine Stabilisierung der Kliniken sei aus ihrer Sicht letztlich günstiger, als Insolvenzen mit entsprechenden Folgekosten zuzulassen.