Abrechnungsreform: Medizincontroller warnen vor Kontrollbürokratie als Kostenfalle

DGfM kritisiert Reformpläne als einseitig ökonomisch gedacht und potenziell versorgungsgefährdend

Die geplanten Reformen zur Krankenhausabrechnung und zu Prüfverfahren durch den Medizinischen Dienst stoßen auf deutliche Kritik aus der Fachwelt. Die Deutsche Gesellschaft für Medizincontrolling (DGfM) warnt vor einer zunehmenden Kontrollbürokratie, die erhebliche Zusatzkosten verursachen und gleichzeitig die Versorgungsprozesse im Krankenhaus belasten könnte.

Im Mittelpunkt der aktuellen Diskussion stehen Vorschläge des Bundesgesundheitsministeriums sowie der GKV-Kommission, die Einsparpotenziale im Abrechnungssystem heben und die Ausgabendynamik im Krankenhaussektor begrenzen sollen. Aus Sicht der DGfM basiert diese Zielsetzung jedoch auf einer verkürzten ökonomischen Betrachtung, die wesentliche Auswirkungen auf den Versorgungsalltag nicht ausreichend berücksichtigt.

Nach Einschätzung der Fachgesellschaft sind die erwarteten Einsparungen durch strengere Prüfmechanismen und erweiterte Kontrollen durch den Medizinischen Dienst nicht belastbar belegt. Stattdessen drohe eine deutliche Ausweitung der administrativen Strukturen. Diese zusätzliche Kontrollbürokratie könne sogenannte Opportunitätskosten erzeugen, etwa durch zusätzlichen Personalaufwand, längere Abrechnungsprozesse und gebundene Ressourcen in den Kliniken.

Die DGfM betont, dass eine nachhaltige Reform der Abrechnungs- und Prüfstrukturen eine neue Balance zwischen Kontrolle und Versorgung erfordern müsse. Ziel müsse es sein, wirtschaftliche Steuerungseffekte zu erreichen, ohne die ohnehin stark belasteten Krankenhausstrukturen zusätzlich zu fragmentieren oder zu verlangsamen.

Der Artikel „Abrechnungsreform – Kontrolle als Kostenfalle“ von Prof. Dr. Erika Raab, Vorstandsvorsitzende der DGfM e. V. finden Sie auch in der Zeitschrift f&w, Ausgabe 6/2026.

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