Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland: Versorgung in der Fläche überwiegend sichergestellt
Geodatenanalyse und Studien belegen gute Erreichbarkeit – Aktualisierung der AWMF-Leitlinie angekündigt
Die medizinische Versorgungslage bei Schwangerschaftsabbrüchen in Deutschland ist laut aktueller Datenanalysen und Studien insgesamt weitgehend gewährleistet. Dies ergibt sich aus einer erstmals durchgeführten geodatenbasierten Untersuchung, die auf den freiwilligen Meldungen von 362 Einrichtungen an die Bundesärztekammer (BÄK) sowie auf amtlichen Regionalstatistiken beruht. Die Ergebnisse zeigen: Ein Großteil der weiblichen Bevölkerung kann eine Einrichtung zum Schwangerschaftsabbruch innerhalb von 120 Minuten Pkw-Fahrzeit erreichen – ein Schwellenwert, der sich an der Versorgungsempfehlung des hessischen Sozialministeriums orientiert (Dezember 2021).
Die Studie weist jedoch auf regionale Versorgungslücken hin, insbesondere in einzelnen ländlichen Regionen Bayerns und küstennahen Gebieten, wo die Erreichbarkeit eingeschränkt ist. Auch Personen ohne eigenen Pkw oder mit eingeschränkter Mobilität stehen weiterhin vor strukturellen Hürden.
Neue Leitlinie und ELSA-Studie bestätigen Versorgungssicherheit
Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) hat unter Federführung der DGGG (Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe) bereits eine S2k-Leitlinie zum sicheren Schwangerschaftsabbruch im ersten Trimenon veröffentlicht. Eine überarbeitete Fassung dieser evidenzbasierten Handlungsempfehlung ist für Ende 2025 angekündigt.
Ergänzend zur geodatenbasierten Analyse stützt sich die Bewertung der Versorgung auf die Ergebnisse der vom BMG geförderten ELSA-Studie („Erfahrungen und Lebenslagen ungewollt Schwangerer – Angebote der Beratung und Versorgung“, Laufzeit 2020–2024). Laut dieser gaben 80,1 % der Befragten an, keine oder nur geringe Schwierigkeiten gehabt zu haben, eine geeignete Einrichtung zu finden.






