Main-Kinzig-Kreis: SaN-Projekt vernetzt 112 und 116117 zur Notfallsteuerung
Digitale Schnittstelle soll Patienten direkt in die passende Versorgung lenken – im Kreis sind bereits zwölf Partnerpraxen angebunden
In Hessen wird mit dem Modellprojekt „SaN – Sektorenübergreifende ambulante Notfallversorgung“ erprobt, wie Patienten bereits beim Kontakt mit der 112 oder 116117 gezielter der richtigen Versorgungsebene zugeordnet werden können. Im Main-Kinzig-Kreis verbindet dafür eine digitale Schnittstelle die Integrierte Leitstelle mit dem Ärztlichen Bereitschaftsdienst (ÄBD). Ziel ist insbesondere, Rettungsdienst und Notaufnahmen von ambulant behandelbaren Fällen zu entlasten.
Neben dem Main-Kinzig-Kreis beteiligen sich die Landkreise Main-Taunus und Gießen gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen an dem Pilotprojekt.
Zwölf Partnerpraxen im Main-Kinzig-Kreis
Kern des Konzepts ist eine strukturierte Ersteinschätzung. Ambulant behandelbare Fälle sollen möglichst schon im Leitstellen- oder Rettungsdienstkontext erkannt und anschließend an den ÄBD, eine Partnerpraxis oder eine andere geeignete Versorgungsstruktur übergeben werden.
Im Main-Kinzig-Kreis sind inzwischen zwölf Partnerpraxen unterschiedlicher Fachrichtungen beteiligt. Sie ergänzen die vier bestehenden ÄBD-Zentralen und sind über das webbasierte Informations- und Kommunikationssystem IVENA angebunden.
Die neue digitale Schnittstelle ermöglicht zudem die Weitergabe bereits erfasster Patientendaten. Damit soll vermieden werden, dass Patienten ihre Angaben und Symptome bei einem Wechsel zwischen 112 und 116117 erneut schildern müssen.
Eine Bilanz des Modellprojekts liegt noch nicht vor. Nach Angaben des Main-Kinzig-Kreises sollen die Daten aus den drei beteiligten Landkreisen gegen Jahresende ausgewertet werden.




