Datengestützte QS: IQTIG schlägt Monitoring auf Basis von Sozial- und Abrechnungsdaten vor

Neues Monitoring-Konzept soll Qualitätsdefizite in der Versorgung frühzeitig sichtbar machen

Das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) hat seinen Abschlussbericht zur „Entwicklung und Anwendung eines Konzepts zur kontinuierlichen und systematischen Identifizierung von relevanten Qualitätsdefiziten und Verbesserungspotenzialen“ veröffentlicht. Grundlage war ein Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) vom 12. Mai 2023. Ziel des Projekts ist die Weiterentwicklung der datengestützten gesetzlichen Qualitätssicherung und eine effizientere Nutzung der begrenzten Ressourcen – mit einem klaren Fokus auf Patientensicherheit und patientenrelevante Qualitätsziele.

Monitoring auf Basis von Sozial- und Abrechnungsdaten geplant

Im Mittelpunkt des Abschlussberichts steht ein neu entwickeltes Monitoring-Konzept, das auf Sozial- und Abrechnungsdaten aufbaut. Dadurch sollen Versorgungsbereiche mit relevanten Qualitätsdefiziten kontinuierlich identifiziert und priorisiert werden. Das IQTIG schlägt außerdem ein Verfahren zur beschleunigten Entwicklung von Qualitätsindikatoren vor, um in spezifischen Versorgungsfeldern rascher zu belastbaren Qualitätsinformationen zu gelangen.

„Wenn der G-BA unsere Empfehlungen umsetzt, kann die Qualitätssicherung künftig deutlich zielgerichteter in Versorgungsbereichen mit relevanten Qualitätsdefiziten eingesetzt werden“, erklärte IQTIG-Direktor Prof. Claus-Dieter Heidecke. Er betonte weiter: „Unser Ziel ist, durch ein kontinuierliches datenbasiertes Qualitätsmonitoring Versorgungsbereiche mit relevanten Qualitätsdefiziten zu identifizieren und zu priorisieren. Dadurch können Verbesserungspotenziale deutlich schneller erkannt werden.“

Das Institut sieht darin eine Möglichkeit, die Transparenz über die Qualität medizinischer Leistungen zu erhöhen und die Versorgungsqualität nachhaltig zu verbessern.

Systematische Identifizierung und Priorisierung von Themen

Der Bericht enthält neben dem Konzept selbst auch ein Vorkonzept und eine exemplarische Anwendung der entwickelten Methodik. Dabei werden verschiedene Wissensquellen einbezogen – darunter wissenschaftliche Literatur, Sozialdaten der Krankenkassen sowie Rückmeldungen von Expertinnen, Experten und Patientenorganisationen. Auf dieser Grundlage entwickelte das IQTIG Kriterien zur Priorisierung von Themen für die datengestützte Qualitätssicherung.

In der exemplarischen Anwendung zeigte sich etwa Verbesserungspotenzial in den Bereichen ambulante Arzneimittelversorgung (Stichwort: potenziell inadäquate Medikation) und Wirbelsäuleneingriffe. Das IQTIG gibt hierzu konkrete Empfehlungen für die Weiterentwicklung sozialdatenbasierter Qualitätsindikatoren.

Ausblick

Mit dem neuen Konzept will das IQTIG die Qualitätssicherung künftig stärker datenbasiert, dynamisch und themenscharf gestalten. Der G-BA prüft nun, in welcher Form die Vorschläge in die gesetzliche Qualitätssicherung übernommen werden können.