Primärversorgung im Fokus: BARMER fordert grundlegende Reformen

Digitale Ersteinschätzung, stärkere Kooperation zwischen Berufsgruppen und patientenorientierte Strukturen sollen Versorgung effizienter machen

Der Verwaltungsrat der BARMER hat eine umfassende strukturelle Neuausrichtung der Patientenversorgung gefordert. Zentrale Elemente sind ein neues Primärversorgungssystem, eine klarere Aufgabenverteilung zwischen medizinischen Berufsgruppen sowie ein standardisiertes digitale Ersteinschätzungssystem für Not- und Akutfälle. Damit soll die Versorgung stärker am tatsächlichen Bedarf der Patientinnen und Patienten ausgerichtet werden.

„Eine wirksame und koordinierte Patientenversorgung setzt funktionierende Strukturen und Prozesse im Gesundheitswesen voraus. Dazu müssen durch tiefgreifende Reformen Über-, Unter- und Fehlsteuerung bei den Leistungserbringern abgebaut werden“, sagte Sylvi Krisch, Vorsitzende des BARMER-Verwaltungsrats. Ziel sei es, Patienten geordnet und priorisiert nach Dringlichkeit, Schwere und therapeutischen Möglichkeiten in die passende Versorgungsebene zu führen.

Primärversorgungssystem als Kern der Reform

Ein leistungsfähiges Primärversorgungssystem soll Haus- und Fachärzte enger mit Pflegekräften, Community Health Nurses, Advanced Nurse Practitioners und Physician Assistants vernetzen. Dadurch können Kompetenzen effizient genutzt und andere Versorgungsebenen entlastet werden. Auch für Krankenhäuser wird dies zunehmend wichtig: Ein gut strukturiertes Primärversorgungssystem entlastet den stationären Sektor, sodass Kliniken auf weniger, dafür leistungsfähigere Häuser fokussieren können.

Digitalisierung und Bedarfsgerechtigkeit als Leitprinzipien

Der BARMER-Verwaltungsrat betont, dass die Neuorganisation der Versorgung konsequent digital begleitet werden muss. Ein standardisiertes Ersteinschätzungssystem soll Not- und Akutfälle koordinieren und gleichzeitig Transparenz für Patienten schaffen. Reformen sollen ausschließlich am tatsächlichen Bedarf orientiert sein, nachvollziehbare Vorgaben bieten Orientierung und eine bedarfsgerechte Versorgung sicherstellen.

Krisch unterstreicht: „Strukturen zu etablieren, die Patientinnen und Patienten effizient, sicher und priorisiert versorgen, ist entscheidend für die Zukunftsfähigkeit unseres Gesundheitssystems.“

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