Pädiatrische Pflege in der Krise: Bündnis KJG warnt vor Versorgungsengpässen

Fachverbände fordern Erhalt der Spezialisierung und verbindliche Standards bei Ausbildung und Personalplanung

Das Bündnis Kinder- und Jugendgesundheit e. V. schlägt Alarm: In einer aktuellen Stellungnahme warnt der Zusammenschluss vor einer massiven Verschlechterung der Versorgung kranker Kinder und Jugendlicher. Im Fokus der Kritik steht die Umsetzung des Pflegeberufegesetzes. Vor der öffentlichen Anhörung im Petitionsausschuss am 20. April 2026 fordert das Bündnis den Erhalt des Wahlrechts für einen spezialisierten Abschluss sowie die Einführung verbindlicher Qualitätsstandards in der Kinderkrankenpflege, um den drohenden Fachkräftemangel abzuwenden.

Der Kern des Konflikts liegt im gesetzlich verankerten Wahlrecht nach § 59 PflBG, das Auszubildenden theoretisch einen spezialisierten Abschluss in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege ermöglicht. Laut Bündnis KJG scheitert dieses Recht in der Realität jedoch an fehlenden Ausbildungsplätzen in den Pflegeschulen. Die Behauptung einer geringen Nachfrage sei daher irreführend und dürfe nicht als Argument für einen Abbau der Spezialisierung dienen.

Gleichzeitig weist das Bündnis auf erhebliche Defizite in der generalistischen Pflegeausbildung hin. Die dort vermittelten pädiatrischen Kompetenzen reichten nicht aus, um Berufsanfänger ohne umfangreiche Nachqualifizierung in sensiblen Bereichen wie der Neonatologie, Kinderonkologie oder Intensivpflege einzusetzen. Dies belaste die Kliniken durch verlängerte Einarbeitungszeiten und verzögere die volle Einsatzfähigkeit des Personals. Um die Attraktivität des Berufsfeldes zu steigern, plädiert das Bündnis zudem für einen eigenständigen Akademisierungsweg mit einer Zielquote von zehn bis zwanzig Prozent der Ausbildungskapazitäten.

Zur Sicherung der Versorgung fordert das Bündnis bundeseinheitliche Lehrinhalte, gesetzliche Planungsgrundlagen für den tatsächlichen Personalbedarf sowie die Einbeziehung moderner Aufgabenfelder wie Schulgesundheitsfachkräfte und „Frühe Hilfen“.

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