„Nullrunde untergräbt Vertrauen“ – Marburger Bund kritisiert Gehaltsstopp bei katholischen Kliniken

Caritas-Beschluss zu verzögerten Entgeltsteigerungen stößt auf scharfe Kritik: Ärztevertretung warnt vor Personalabwanderung und fordert echte Tarifverhandlungen

Mit großer Enttäuschung reagiert der Marburger Bund Niedersachsen auf den Beschluss der Arbeitsrechtlichen Kommission des Deutschen Caritasverbandes vom 5. Juni 2025, rückwirkend zum 1. Juli 2024 keine Gehaltserhöhung für Ärztinnen und Ärzte in katholischen Krankenhäusern vorzunehmen. Während etwa bei kommunalen Trägern bereits zum Jahresbeginn eine vierprozentige Gehaltsanpassung erfolgte, gehen Mediziner*innen an über 260 katholischen Kliniken bundesweit leer aus – zumindest für ein volles Jahr.

Der Marburger Bund warnt abschließend davor, dass katholische Häuser durch ihre restriktive Gehaltspolitik nicht nur Personal verlieren, sondern auch ihre Wettbewerbsfähigkeit im ohnehin angespannten Kliniksektor nachhaltig gefährden. Angesichts des zunehmenden Arbeitskräftemangels in der stationären Versorgung könnte sich die Lohnzurückhaltung als kontraproduktiv erweisen – mit Auswirkungen auf Qualität, Verweildauer ärztlichen Personals und die Versorgungssicherheit.