Marburger Bund fordert vor GMK Stopp des GKV-Spargesetzes

Ärztegewerkschaft warnt vor Personalabbau und Belastungen für Krankenhäuser

Im Vorfeld der 99. Gesundheitsministerkonferenz (GMK) in Hannover hat der Marburger Bund Niedersachsen die Bundesregierung zu einer grundlegenden Kurskorrektur in der Krankenhausfinanzierung aufgefordert. Im Mittelpunkt der Kritik steht das geplante GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, das nach Auffassung der Ärztegewerkschaft erhebliche Risiken für Krankenhäuser, Beschäftigte und die Patientenversorgung birgt.

Kurz vor Beginn der 99. Gesundheitsministerkonferenz am 10. Juni 2026 verschärft sich die Debatte um die geplanten Einsparmaßnahmen im Gesundheitswesen. Der Marburger Bund Niedersachsen kritisiert insbesondere das von der Bundesregierung angekündigte GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz und warnt vor weitreichenden Folgen für die stationäre Versorgung.

Nach Auffassung der Ärztevertretung drohen den Krankenhäusern durch den Wegfall von Zuschlägen sowie restriktive Budgetvorgaben zusätzliche finanzielle Belastungen in Milliardenhöhe. Diese Entwicklung könnte den wirtschaftlichen Druck auf viele Einrichtungen weiter erhöhen und zu Einschnitten bei Personal und Versorgungsangeboten führen.

Ärztegewerkschaft formuliert drei Kernforderungen

Im Vorfeld der Gesundheitsministerkonferenz richtet der Marburger Bund Niedersachsen drei zentrale Forderungen an Bund und Länder. Erstens müsse das geplante Spargesetz gestoppt werden, um weitere Belastungen der Krankenhäuser zu verhindern. Die Gewerkschaft warnt davor, wirtschaftliche Defizite über Stellenabbau oder zusätzliche Arbeitsverdichtung im ärztlichen Dienst auszugleichen.

Zweitens fordert der Verband die vollständige Refinanzierung von Tarifsteigerungen. Angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels sei dies eine wesentliche Voraussetzung, um die Attraktivität ärztlicher Tätigkeiten zu erhalten und Abwanderungstendenzen entgegenzuwirken. Eine nur teilweise Finanzierung von Tarifabschlüssen gefährde aus Sicht der Gewerkschaft die Tarifautonomie und erschwere die Personalgewinnung zusätzlich.

Drittens verlangt der Verband eine finanzielle Absicherung der Krankenhausreform. Während die Reform die Versorgungsstrukturen langfristig stabilisieren solle, würden die vorgesehenen Sparmaßnahmen den Krankenhäusern gleichzeitig finanzielle Grundlagen entziehen. Kritisiert wird insbesondere die nach Ansicht des Marburger Bundes unzureichende Finanzierung gesamtgesellschaftlicher Aufgaben durch den Bund.

Kritik an Bürokratie und Reformfolgen

Neben der Finanzierungsfrage sieht der Marburger Bund auch die zunehmenden Dokumentations- und Nachweispflichten kritisch. Die Krankenhausreform könne ohne spürbaren Bürokratieabbau zu zusätzlichen Belastungen für medizinisches Personal führen. Bereits heute arbeiteten viele Ärztinnen und Ärzte an der Belastungsgrenze.

Die Gewerkschaft fordert daher nicht nur eine nachhaltige Finanzierung der stationären Versorgung, sondern auch eine spürbare Entlastung von administrativen Aufgaben. Ziel müsse es sein, personelle Ressourcen stärker für die Patientenversorgung einzusetzen.

Gesundheitsministerkonferenz im Fokus

Die diesjährige Gesundheitsministerkonferenz in Hannover findet vor dem Hintergrund wachsender finanzieller Spannungen im Gesundheitswesen statt. Die Diskussionen um das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz haben in den vergangenen Wochen bereits zu deutlicher Kritik von Krankenhausverbänden, Gewerkschaften und Trägerorganisationen geführt.

Der Marburger Bund Niedersachsen unterstützt zudem die von ver.di angekündigte Demonstration am 10. Juni in Hannover und ruft seine Mitglieder zur Teilnahme auf. Die Veranstaltung soll den politischen Druck auf Bund und Länder erhöhen, die geplanten Kürzungen zu überdenken.

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