Hessen bündelt Pflegeinitiativen: Landespflegeausschuss tagt und Pflegemonitor veröffentlicht
Ministerin Stolz setzt auf strategische Gesamtlinie – Bürgerumfrage „Hessen hört zu: Pflege – Was sagen Sie?“ gestartet
Der Landespflegeausschuss Hessen hat sich zu einer zentralen Sitzung getroffen, in deren Rahmen Gesundheits- und Pflegeministerin Diana Stolz die aktuellen pflegepolitischen Maßnahmen des Landes vorstellte. Hessen verfolgt dabei eine vernetzte Gesamtstrategie, die Pflegemonitor, Landespflegekonzept, Denkfabrik Pflege sowie die neue Bürgerumfrage „Hessen hört zu: Pflege – Was sagen Sie?“ systematisch miteinander verzahnt.
Ministerin Diana Stolz betonte, dass Pflegepolitik aus ihrer Sicht untrennbar mit allen Bereichen des Gesundheitswesens verbunden ist:
„Pflege ist nicht nur ein Thema der Altenhilfe, sondern das Rückgrat unseres gesamten Gesundheitswesens.“
Hessen setzt auf eine sektorenübergreifende Planung – von der Krankenhausreform über Notfallversorgung bis zur Langzeitpflege. Ziel sei es, pflegerische Versorgung in allen Lebensphasen zuverlässig zu gestalten.
Besonders begrüßt wird der Fortschritt auf Bundesebene: das Pflegefachassistenzgesetz mit einer bundesweit einheitlichen 18-monatigen Ausbildung sowie das Gesetz zur Befugniserweiterung in der Pflege. Letzteres soll Pflegefachpersonen künftig ermöglichen, bestimmte bisher ärztliche Tätigkeiten selbstständig zu übernehmen, etwa in der Wundversorgung, im Diabetesmanagement oder in der Demenzbetreuung.
Stolz unterstrich: „Ihre Kompetenzen dürfen wir nicht ungenutzt liegen lassen.“
Pflegemonitor Hessen zeigt positive Entwicklung – aber weiterhin hohen Bedarf
Die neu veröffentlichte aktualisierte Fassung des Pflegemonitors liefert aktuelle Daten zur Personal- und Versorgungssituation im Land. 2024 befanden sich über 9.500 Personen in der Pflegefachausbildung, weitere 2.000 in einer einjährigen Helferausbildung – ein Zuwachs seit 2022. Gleichzeitig habe sich die Nachfrage nach Pflegepersonal leicht reduziert, während das Angebot etwas gestiegen sei.
Dennoch bleibt der Fachkräftemangel laut Stolz eine „zentrale politische und gesellschaftliche Herausforderung“.
Bürgerumfrage soll Impulse für Landespflegekonzept liefern
Mit der landesweiten Beteiligungsaktion „Hessen hört zu: Pflege – was sagen Sie?“ sollen Bürgerinnen und Bürger aktiv eingebunden werden. Die Befragung umfasst vier thematische Bereiche – darunter Informationsstand, Erfahrungen mit Versorgungs- und Unterstützungsstrukturen sowie Erwartungen an zukünftige Entwicklungen.
Stolz hob den Anspruch hervor, die Praxisperspektive systematisch zu integrieren:
„Nur wenn wir Zahlen und Lebenswirklichkeit zusammenbringen, können wir Pflege so gestalten, dass sie funktioniert.“
Die Ergebnisse der Umfrage fließen direkt in das Landespflegekonzept und die strategische Weiterentwicklung der pflegerischen Versorgung ein.






