Beschäftigtenwachstum im Gesundheitswesen: Baden-Württemberg meldet 1,7 % Zuwachs
Rund 845.400 Stellen zum Jahresende 2024 – Zuwachs entspricht dem bundesweiten Trend
Im baden-württembergischen Gesundheitswesen ist die Zahl der Beschäftigungsverhältnisse im Jahr 2024 weiter gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg, basierend auf den Berechnungen der Arbeitsgruppe „Gesundheitsökonomische Gesamtrechnungen der Länder“ (AG GGRdL), waren zum Jahresende rund 845.400 Personen im Gesundheitswesen beschäftigt. Das entspricht einem Anstieg von 1,7 Prozent beziehungsweise rund 13.800 zusätzlichen Stellen im Vergleich zum Vorjahr.
Den größten absoluten Zuwachs verzeichneten die stationären und teilstationären Einrichtungen, die rund 10.300 neue Arbeitsplätze (+3,5 Prozent) schufen. Innerhalb dieses Bereichs entfielen auf die Krankenhäuser in Baden-Württemberg gut 174.900 Beschäftigungsverhältnisse. Hier stieg die Zahl der Stellen um rund 5.800 beziehungsweise 3,4 Prozent. Auch Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen sowie die stationäre und teilstationäre Pflege entwickelten sich positiv und legten jeweils um mehrere tausend Beschäftigungsverhältnisse zu.
Insgesamt waren im stationären und teilstationären Sektor mehr als 299.600 Beschäftigungsverhältnisse registriert. Die Entwicklung unterstreicht die weiterhin hohe Bedeutung der Krankenhaus- und Pflegebereiche als zentrale Beschäftigungsträger im Gesundheitswesen.
Im ambulanten Sektor wurden zum Jahresende rund 313.000 Beschäftigungsverhältnisse gezählt. Das entspricht einem moderaten Zuwachs von 0,8 Prozent. Während die ambulante Pflege mit einem Plus von 3,9 Prozent deutlich zulegen konnte, verzeichneten insbesondere Apotheken einen Rückgang um 4,7 Prozent beziehungsweise rund 1.500 Stellen. Arztpraxen blieben mit rund 98.900 Beschäftigten der größte ambulante Arbeitgeber, zeigten jedoch nur ein geringes Wachstum von 0,2 Prozent.
Strukturell bleibt das Gesundheitswesen stark weiblich geprägt. Der Frauenanteil lag 2024 bei 73,4 Prozent aller Beschäftigungsverhältnisse. Besonders hoch war der Anteil in der ambulanten Pflege mit 86,6 Prozent, während er im Rettungsdienst mit 38,4 Prozent deutlich niedriger ausfiel. Diese Unterschiede verdeutlichen die nach wie vor stark geschlechtsspezifische Verteilung innerhalb einzelner Versorgungsbereiche.
Neben den Kopfzahlen wurde auch die Arbeitszeitstruktur betrachtet. In Vollzeitäquivalenten (VZÄ) lag das Gesundheitspersonal bei rund 599.700 Stellen. Rechnerisch entsprach dies etwa 71 Vollzeitstellen je 100 Beschäftigungsverhältnisse. Besonders hohe Vollzeitanteile wurden in den Vorleistungseinrichtungen des Gesundheitswesens mit rund 86 VZÄ je 100 Stellen erreicht, während Apotheken mit etwa 57 VZÄ den niedrigsten Wert aufwiesen.
Die Daten verdeutlichen die wachsende Bedeutung des Gesundheitswesens als Arbeitsmarkt in Baden-Württemberg, gleichzeitig aber auch strukturelle Unterschiede zwischen stationären, ambulanten und industriellen Teilbereichen.




