Drogenmissbrauch in NRW: 2023 starker Anstieg der drogenbedingten Todesfälle
Statistik zeigt 53 % mehr Tote – Deutlicher Anstieg bei psychischen Störungen durch Substanzkonsum
Im Jahr 2023 starben in Nordrhein-Westfalen 398 Menschen infolge von Drogenmissbrauch. Das entspricht einem Anstieg von 52,5 % gegenüber dem Vorjahr, wie das Statistische Landesamt IT.NRW mitteilt. Das durchschnittliche Sterbealter lag bei nur 53 Jahren – mehr als ein Vierteljahrhundert unter dem Durchschnitt aller Verstorbenen.
Psychische Störungen durch Substanzkonsum: +75 % in nur einem Jahr
Den stärksten Anstieg gab es bei Todesfällen aufgrund psychischer und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen (ohne Alkohol und Tabak): 270 Personen starben im Jahr 2023 – 75,3 % mehr als 2022.
- 70,7 % dieser Fälle betrafen multiplen Substanzgebrauch,
- 16,3 % gingen auf den Konsum von Opioiden zurück.
Diese Form der Todesursache machte nun 0,12 % aller Sterbefälle aus (2022: 0,07 %).
Zum Vergleich: Psychische Störungen durch Alkoholkonsum machten 2023 einen viermal höheren Anteil an allen Todesfällen aus (0,54 %).
Vergiftungen durch Drogenmissbrauch: Hälfte der Todesfälle vorsätzlich
Weitere 128 Menschen starben infolge von Vergiftungen durch Drogenmissbrauch – das ist ein Anstieg um 19,6 % gegenüber 2022.
- 52,3 % dieser Todesfälle (67 Personen) waren vorsätzliche Selbstvergiftungen,
- darunter 29 Frauen und 38 Männer.
Die restlichen Fälle werden als unbeabsichtigt oder ungeklärt gewertet. Die verwendeten Substanzen umfassten u. a. Betäubungsmittel, Halluzinogene, Sedativa, Antiepileptika und Psychostimulanzien mit Missbrauchspotenzial.




