DDG startet Fortbildung zur diabetologischen Pflegelehre

Neue Qualifizierung soll diabetologisches Wissen systematisch in pflegerische Studiengänge integrieren

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft baut ihre Aktivitäten im Bereich der pflegerischen und akademischen Ausbildung aus und hat ein neues Fortbildungsprogramm für Hochschullehrende in der Pflege gestartet. Ziel des Angebots ist es, diabetologisches Fachwissen stärker strukturiert in pflegerische Studiengänge zu integrieren und damit die Versorgung von Menschen mit Diabetes mellitus nachhaltig zu verbessern. Das Programm trägt den Titel „Klinische pflegerische Diabetologie“ und richtet sich insbesondere an Lehrende an Hochschulen für Pflegeberufe.

Die Initiative reagiert auf die zunehmende Bedeutung chronischer Erkrankungen im Pflegealltag. In Deutschland leben nach aktuellen Hochrechnungen rund 1,4 Millionen pflegebedürftige Menschen mit Diabetes mellitus. Damit zählt die Stoffwechselerkrankung zu den häufigsten und zugleich komplexesten Krankheitsbildern in der pflegerischen Versorgung. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Qualifikation von Pflegefachpersonen im Bereich der Diabetologie zunehmend an Bedeutung, primär im Kontext akademisierter Pflegeausbildungen.

Im Rahmen der neuen Fortbildung sollen Lehrende befähigt werden, aktuelle medizinische Standards, Leitlinien und wissenschaftliche Erkenntnisse in die Lehre zu übertragen. Dazu gehören Inhalte aus Diagnostik, Therapie und Langzeitversorgung ebenso wie der Umgang mit akuten Stoffwechselsituationen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Vermittlung praxisnaher Kompetenzen, etwa im Umgang mit Blutzuckerwerten, der Begleitung von Insulintherapien sowie der Schulung von Patientinnen und Patienten im Selbstmanagement.

Aus Sicht der DDG ist die systematische Integration diabetologischer Inhalte ein zentraler Baustein für eine zukunftsfähige Pflegeausbildung. „Die Versorgung von Menschen mit Diabetes ist komplex und stellt hohe Anforderungen an die Pflege“, erklärt Dirk Müller-Wieland. Pflegefachpersonen würden künftig stärker in diagnostische und therapeutische Prozesse eingebunden und benötigten dafür ein fundiertes, leitlinienbasiertes Wissen.

Auch die didaktische Vermittlung spielt im Konzept eine zentrale Rolle. Lehrende sollen befähigt werden, komplexe Versorgungsprozesse verständlich aufzubereiten und Studierende frühzeitig auf reale Versorgungssituationen vorzubereiten. Dabei wird insbesondere die interprofessionelle Zusammenarbeit zwischen Pflege, Medizin und weiteren Gesundheitsberufen hervorgehoben.

Die DDG sieht die Fortbildung zudem im Kontext aktueller gesundheitspolitischer Entwicklungen. Neue gesetzliche Rahmenbedingungen wie die Heilkundeübertragungsrichtlinie nach § 63 Abs. 3c SGB V unterstützen demnach die stärkere Einbindung pflegerischer Kompetenzen in die Versorgung. Hochschulen erhalten dadurch mehr Spielraum, Inhalte praxisorientiert und versorgungsnah auszurichten.

Das Fortbildungsangebot wird über die DDG bereitgestellt und richtet sich an Hochschulen, die pflegewissenschaftliche Studiengänge anbieten. Weitere Informationen stellt die Fachgesellschaft online bereit unter DDG Qualifizierungskurs „Klinische pflegerische Diabetologie“.

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