Zukunft der ambulanten Versorgung im Landkreis Lindau
Fachworkshop entwickelt erste Lösungsansätze – Regionale Versorgung im Fokus
Im Landkreis Lindau fand ein breit angelegter Fachworkshop zur Zukunft der ambulanten medizinischen Versorgung statt. Eingeladen hatte Landrat Elmar Stegmann, rund 40 Vertreterinnen und Vertreter aus Medizin, Pflege und Kommunalpolitik nahmen teil. Ziel der Veranstaltung in Lindenberg war es, tragfähige regionale Versorgungskonzepte zu entwickeln, um den aktuellen Herausforderungen des Gesundheitswesens proaktiv zu begegnen.
Zum Einstieg des von der Beratungsfirma 2perspectives GmbH moderierten Abends wurden per Onlineabfrage die drängendsten Probleme benannt:
- Fehlende Hausarztnachfolge in kleineren Gemeinden
- Mangelnde Verzahnung zwischen ambulanter und stationärer Versorgung
- Zunehmender Fachkräftemangel
- Zu frühe Entlassungen aus dem Krankenhaus
Landrat Stegmann warnte: „Die Lage spitzt sich zu.“ Besonders die Schließung des Krankenhauses in Lindenberg und die aktuell sechs unbesetzten Hausarztsitze verdeutlichen die Dringlichkeit.
Dr. Alexander Schmid von 2perspectives rief dazu auf, überregionale und internationale Lösungsansätze aufzugreifen. Beispiele wie Genossenschaftspraxen, Ärztenetzwerke, mobile Dienste oder digitale Versorgungsplattformen könnten Vorbilder sein. Die Bereitschaft, neue Wege zu denken, sei vorhanden – nun gelte es, strukturiert vorzugehen.
In Arbeitsgruppen wurden vier zentrale Themenbereiche bearbeitet:
- Erfolgsfaktoren für regionale Versorgung (z. B. Teamarbeit, Ressourcenbündelung)
- Schnittstellenoptimierung zwischen Sektoren
- Versorgungsbedarfe und Lücken in einzelnen Regionen des Landkreises
- Organisationsmodelle für ambulante Versorgung (MVZ, Verbünde etc.)
Die Ergebnisse der Diskussion werden durch 2perspectives ausgewertet und in einem Ergebnisworkshop vorgelegt. Das finale Konzept soll noch vor den Sommerferien präsentiert werden.
Der Workshop verdeutlichte den Willen zur Veränderung: Die regionalen Akteure wollen gemeinsam mit der Gesundheitsregionplus Lindau unter der Leitung von Thomas Kaleja neue Versorgungspfade beschreiten. Entscheidend bleibt jedoch die Einbindung der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB), die laut Stegmann bislang ein Kommunikationsdefizit mit den niedergelassenen Ärzten aufweise.
Zitat Stegmann:
„Unser Ziel ist es, regionale Lösungen zu entwickeln, die von Arztpraxen, Kliniken, Versorgungseinrichtungen und Gemeinden gleichermaßen mitgetragen werden.“




