Kampagne „Menschen. Nicht Herkunft.“ macht Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte mit Einwanderungsgeschichte sichtbar

Internationale Fachkräfte sichern Versorgung in Sachsen-Anhalt

Mit der Kampagne „Menschen. Nicht Herkunft.“ wollen Krankenhäuser, Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen in Sachsen-Anhalt die Bedeutung internationaler Fachkräfte für die Gesundheitsversorgung hervorheben. Gemeinsam mit dem Studio Neue Museen machen die beteiligten Einrichtungen auf den hohen Anteil ausländischer Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte aufmerksam und setzen ein Zeichen für Vielfalt, Fachkräftesicherung und Integration.

(v.l.n.r): Pfarrer Matthias Blume (Theologischer Vorstand und Vorstandsvorsitzender, Evangelisches Diakonissenhaus Berlin Teltow Lehnin), Kathrin Ritter (Heimleitung, Stiftung Marthahaus), Michaela Lieberam-Triepel (Pflegedienstleiterin, Stiftung Marthahaus), Friedemann Malerz (Geschäftsführer, Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara, Krankenhaus Martha-Maria Halle- Dölau), Dr. med. Tim-Ole Petersen (Ärztlicher Direktor, Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara, Krankenhaus Martha-Maria Halle-Dölau).
Foto: Marcus-Andreas Mohr

Ausgangspunkt der Initiative ist der zunehmende Fachkräftemangel im Gesundheitswesen. Nach Angaben der Initiatoren stammen bereits 18,55 Prozent der praktizierenden Ärztinnen und Ärzte in Sachsen-Anhalt aus dem Ausland, bei den Pflegekräften verfügt inzwischen jede vierte Person über eine internationale Herkunft.

Gleichzeitig verweisen die Initiatoren auf erhebliche Hürden bei der Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse. Anerkennungsverfahren dauerten teilweise mehr als zwei Jahre, zudem warteten derzeit über 120 Medizinerinnen und Mediziner auf ihre ärztliche Kenntnisprüfung. Die Kampagne soll deshalb die gesellschaftliche Bedeutung internationaler Fachkräfte stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken und ein positives Signal für deren Gewinnung und Integration setzen.

Anlass für die Initiative war nach Angaben der Organisatoren eine gemeinsame Stellungnahme der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt und der Ärztekammer Sachsen-Anhalt im Mai 2026. Darin hatten beide Institutionen vor negativen Auswirkungen gesellschaftlicher und politischer Debatten auf die internationale Fachkräftegewinnung gewarnt.

Echte Beschäftigte stehen im Mittelpunkt

Im Zentrum der Kampagne stehen keine professionellen Models, sondern Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte aus den beteiligten Einrichtungen. Ihre persönlichen Porträts werden über eine Informationsplattform sowie verschiedene Kommunikationsmaterialien veröffentlicht, die auch weiteren Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen kostenfrei zur Verfügung stehen.

Zu den beteiligten Einrichtungen gehören unter anderem die Universitätsmedizin Halle, das BG Klinikum Bergmannstrost Halle, das Carl-von-Basedow-Klinikum Saalekreis, die Krankenhäuser St. Elisabeth und St. Barbara, Martha-Maria Halle-Dölau, das Diakoniekrankenhaus Halle sowie die Stiftung Marthahaus. Weitere Unterstützer sollen fortlaufend hinzukommen.

Kliniken werben für Offenheit und internationale Fachkräfte

Die beteiligten Klinikträger betonen übereinstimmend die wachsende Bedeutung internationaler Beschäftigter für die medizinische Versorgung. Friedemann Malerz, Geschäftsführer der Krankenhäuser St. Elisabeth und St. Barbara sowie von Martha-Maria Halle-Dölau, verweist darauf, dass bereits heute rund ein Fünftel der Ärztinnen und Ärzte sowie ein Viertel der Pflegekräfte in Sachsen-Anhalt eine Einwanderungsgeschichte haben. Das entstehende Christliche Klinikum Halle setze deshalb konsequent auf qualifizierte Mitarbeitende – unabhängig von deren Herkunft.

Auch das Diakonissenhaus Teltow als Träger des Diakoniekrankenhauses Halle unterstreicht die Bedeutung eines diskriminierungsfreien Arbeitsumfelds und spricht sich ausdrücklich gegen Rassismus und Ausgrenzung aus. Die Stiftung Marthahaus verweist zudem auf ihre lange Tradition in der Unterstützung von Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte.

Die Kampagne wird unabhängig organisiert und finanziert sich nach Angaben der Initiatoren über Spenden.

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