Widerstand gegen Zentralkrankenhaus im Landkreis Regen

Im Landkreis Regen im Bayerischen Wald ist eine Debatte über die zukünftige Krankenhausstruktur entbrannt. Hintergrund ist ein Strukturgutachten, das die Schließung der beiden bestehenden Klinikstandorte in Zwiesel und Viechtach empfiehlt. Stattdessen solle ein Zentralkrankenhaus im Zentrum des Landkreises errichtet werden. Gegen diese Empfehlung formiert sich nun Widerstand aus der Region.

Wie die Aktionsgruppe „Schluss mit Kliniksterben in Bayern“ mitteilt, ruft sie zum Widerstand gegen die im Gutachten vorgeschlagene Zentralisierung der stationären Versorgung auf. Die Initiative warnt vor den möglichen Folgen einer Schließung der beiden Krankenhäuser und stellt die Auswirkungen auf die regionale Versorgungsstruktur in den Mittelpunkt der Kritik.

Nach Angaben der Aktionsgruppe verfügen die beiden Aberlandkliniken in Zwiesel und Viechtach derzeit zusammen über rund 166 Krankenhausbetten und stellen eine Basisnotfallversorgung für die Region sicher. Sie seien wichtige Bestandteile der flächendeckenden stationären Versorgung im Bayerischen Wald. Der ehemalige Klinikvorstand Klaus Emmerich betonte in einer Stellungnahme, dass die Häuser insbesondere in Krisensituationen eine zentrale Rolle spielen könnten. Ein Wegfall eines der Standorte würde aus seiner Sicht dazu führen, dass ein Teil der Bevölkerung nicht mehr innerhalb von 30 Minuten Fahrzeit eine stationäre Versorgung erreichen könne.

Demnach wären bei einer Schließung des Standorts Zwiesel rund 35.000 Einwohner betroffen, beim Standort Viechtach etwa 24.000 Menschen. Vor diesem Hintergrund fordert die Aktionsgruppe einen belastbaren Nachweis, dass ein mögliches Zentralkrankenhaus die wohnortnahe Versorgung weiterhin sicherstellen kann und die geplante Bettenkapazität ausreichen würde.

Das zugrunde liegende Strukturgutachten wurde laut Darstellung der Initiative von Prof. Dr. Boris Augurzky und seinem Beratungsunternehmen Institute for Health Care Business erstellt. Augurzky war zuvor Mitglied der Regierungskommission für eine moderne und bedarfsgerechte Krankenhausversorgung, die Empfehlungen für die aktuelle Krankenhausreform auf Bundesebene erarbeitet hatte.

Die Aktionsgruppe verweist in ihrer Stellungnahme zudem auf mögliche Verflechtungen zwischen Beratungsunternehmen und gesundheitspolitischen Entscheidungsprozessen. Sie fordert Klinikträger, Krankenhausleitungen und Gesundheitspolitiker auf, diese Zusammenhänge bei der Bewertung von Strukturkonzepten zu berücksichtigen.

Für den Landkreis Regen bedeutet die Diskussion eine grundlegende Entscheidung über die zukünftige Organisation der stationären Versorgung. Strukturentscheidungen dieser Art sind in vielen Regionen Teil der aktuellen Debatten über die Neuordnung der Krankenhauslandschaft im Zuge der Krankenhausreform. Dabei stehen häufig Fragen der Erreichbarkeit, der Wirtschaftlichkeit und der Konzentration medizinischer Leistungen im Mittelpunkt.

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