Thrombektomie-Zentrum in Lichtenfels verliert Zulassung: Kritik an Entscheidungen der REGIOMED-Hauptverwaltung
Landrat Christian Meißner äußert Bedenken und Enttäuschung über Zentralisierung und mangelnde Unterstützung
Das von der Deutschen Gesellschaft für Interventionelle Radiologie und Minimalinvasive Therapie (DeGiR) zertifizierte Thrombektomie-Zentrum am Klinikum Lichtenfels hat ab dem 01. Juli 2024 keine Zulassung mehr und kann daher keine Eingriffe mehr vornehmen. Diese Eingriffe werden künftig ausschließlich am Klinikum Coburg durchgeführt.
Landrat Christian Meißner äußerte starke Bedenken über die Entscheidung und hinterfragt die Motive der REGIOMED-Hauptverwaltung. Er vermutet, dass der Antrag in München für das Klinikum Coburg nicht ausschließlich zum Wohl der Patienten gestellt wurde und bedauert, dass der Antrag des Klinikums Lichtenfels trotz herausragender Bilanz nicht weiter verfolgt wurde. Im Jahr 2023 wurden dort 73 Thrombektomien durchgeführt, was einen Umsatz von etwa 1,3 Millionen Euro bedeutete.
Meißner kritisiert auch die Ausstattung des Klinikums Coburg, das nun als Thrombektomie-Zentrum fungiert, aber keine Zertifizierung besitzt und dessen Angiographie nicht so gut ausgestattet ist wie die am Klinikum Lichtenfels. Er sieht in der Entscheidung ein wiederkehrendes Muster, bei dem lukrative Abteilungen kleineren Häusern weggenommen werden, obwohl sie exzellente Leistungen erbringen. „Daher wird es, wenn es nach mir geht, kein REGIOMED 2.0 geben“, so Meißner abschließend.






