Tarifrunde DRK Sachsen endet überraschend mit Einigung

Tarifergebnis bringt Entgeltsteigerungen, höhere Zulagen und Arbeitszeitverkürzung ab 2028

Nach rund einem Jahr intensiver Auseinandersetzungen haben sich die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und der Arbeitgeberverband Wohlfahrt- und Gesundheitsdienste e. V. auf einen neuen Tarifabschluss für die sächsischen DRK-Gliederungen verständigt. Nachdem die ver.di-Mitglieder dem überarbeiteten Arbeitgeberangebot bereits Anfang des Jahres mit 72 Prozent zugestimmt hatten, erklärten nun auch die Arbeitgeber die Tarifeinigung final.

Der Tarifabschluss gilt rückwirkend ab dem 1. Januar 2026 und hat eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2027. Die nächste reguläre Tarifrunde beginnt im Januar 2028. Vereinbart wurden unter anderem stufenweise Entgeltsteigerungen, höhere Sonderzahlungen sowie Verbesserungen bei Zulagen, Arbeitszeit und Urlaub.

Konkret steigen die Tabellenentgelte um 3 Prozent zum 1. Januar 2026 und um weitere 3,5 Prozent zum 1. Januar 2027. Auch die Ausbildungsentgelte werden jeweils zum Jahresbeginn 2026 und 2027 um 75 Euro erhöht. Die Jahressonderzahlung steigt von bislang 65 Prozent auf 70 Prozent ab 2026 und auf 75 Prozent ab 2027.

Deutliche Verbesserungen wurden bei den Zulagen vereinbart. Die Wechselschichtzulage erhöht sich auf 170 Euro ab Juli 2026 und auf 190 Euro ab Juli 2027, die Schichtzulage auf 78 Euro beziehungsweise 86 Euro. Im Krankenhausbereich fallen die Zulagen überdurchschnittlich aus: Hier beträgt die Wechselschichtzulage ab 2026 monatlich 250 Euro, die Schichtzulage 100 Euro.

Auch bei Arbeitszeit und Urlaub sieht der Tarifabschluss Veränderungen vor. Ab 2027 erhalten Beschäftigte einen zusätzlichen freien Tag. Ab 2028 wird die regelmäßige Wochenarbeitszeit auf 39 Stunden abgesenkt, im Rettungsdienst sinkt die maximale Wochenarbeitszeit bei Arbeitsbereitschaft von bislang 44 auf 43 Stunden. Der Grundurlaub steigt ab dem fünften Beschäftigungsjahr auf 31 Tage, mit einem Höchstanspruch von bis zu 37 Urlaubstagen.

Zusätzlich wurde ein ver.di-Bonus vereinbart: Gewerkschaftsmitglieder erhalten ab 2026 einen Bonus in Höhe von 300 Euro sowie weitere jeweils 200 Euro in den Jahren 2026 und 2027, sofern der Eintritt in ver.di spätestens bis Juni 2025 erfolgte.

ver.di-Verhandlungsführer André Urmann sprach von spürbaren Verbesserungen für die Beschäftigten unter anderem im Rettungsdienst, in der Pflege, im Krankenhaus und im Erziehungsdienst, ordnete den Abschluss im Branchenvergleich jedoch als unter den Möglichkeiten ein. Die Zustimmung der Mitglieder sei vor dem Hintergrund einer rückläufigen Streikbeteiligung und begrenzter Durchsetzungskraft erfolgt. Nach Angaben von ver.di ist derzeit nur rund jede fünfte DRK-Beschäftigte beziehungsweise jeder fünfte DRK-Beschäftigte Mitglied der Gewerkschaft.

In den kommenden Wochen sollen die vereinbarten Regelungen von beiden Tarifparteien in einen neuen Tarifvertragstext überführt und formal unterzeichnet werden.

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