Stroke Unit Rotthalmünster erhält Zertifizierung als telemedizinisch vernetzte Einheit

Qualitätssiegel bestätigt hohe Versorgungsqualität in der Schlaganfallbehandlung

Die Schlaganfalleinheit am Krankenhaus Rotthalmünster ist als telemedizinisch vernetzte Stroke Unit zertifiziert worden. Die Auszeichnung durch die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und die Deutsche Schlaganfall-Hilfe bestätigt die seit Jahren etablierte hohe Qualität der Schlaganfallversorgung im Landkreis Passau.

Die Stroke Unit ist die landkreisweit einzige spezialisierte Einheit für die Akutversorgung von Schlaganfallpatientinnen und -patienten. Jährlich werden dort rund 300 Betroffene behandelt. Die Abteilung verfügt über vier Akutbetten sowie sechs Post-Stroke-Betten und ist an das TEMPiS-Telemedizin-Netzwerk angebunden.

„Das Qualitätssiegel bestätigt offiziell, dass unsere Schlaganfalleinheit personell, technisch und organisatorisch hervorragend ausgestattet ist“, erklärt Klaus Seitzinger, Geschäftsführer der Landkreis Passau Gesundheitseinrichtungen.

Telemedizinische Vernetzung rund um die Uhr

Über das TEMPiS-Netzwerk ist das Team in Rotthalmünster 24 Stunden an sieben Tagen pro Woche digital mit neurologischen Spezialisten großer Schlaganfallzentren, unter anderem in München-Harlaching, verbunden. Patricia Plattner, Leiterin des Qualitätsmanagements, hebt hervor, dass zertifizierte Stroke Units nachweislich für höhere Effizienz und bessere Langzeitergebnisse stehen. Sie hat den Zertifizierungsprozess maßgeblich begleitet.

Gerade im Kontext der Krankenhausreform misst die Klinik der Zertifizierung besondere Bedeutung bei. Nach Einschätzung der Geschäftsführung belegt das Qualitätssiegel, dass die Akutversorgung auf hohem fachlichem Niveau erfolgt und die Einheit strukturell zukunftsfähig aufgestellt ist.

Schnelle Behandlung als zentraler Qualitätsfaktor

Ein zentrales Kriterium der Zertifizierung sind kurze Behandlungszeiten. „Im Schnitt sterben bei einem Schlaganfall pro Minute 1,9 Millionen Nervenzellen“, verdeutlicht Dr. med. Christian Meyer, Chefarzt der interventionellen Kardiologie und der Stroke Unit. Ziel sei daher ein möglichst früher Therapiebeginn – „nicht nur schnell, sondern auch qualitätsgesichert und vor allem wohnortnah“.

Die Auditoren bewerteten insbesondere die interdisziplinäre Zusammenarbeit innerhalb des Hauses positiv. Laut Ahmad Hussam Alsayed, leitender Arzt der Stroke Unit, spiegelt das Ergebnis das Engagement aller beteiligten Berufsgruppen wider – von der zentralen Notaufnahme über Diagnostik und Therapie bis zur Nachsorge. Auch die Pflege leiste einen wesentlichen Beitrag zur Versorgung der Patientinnen und Patienten.

Regionales Netzwerk und Übergang in die Rehabilitation

Ein weiterer Erfolgsfaktor ist das stabile regionale Netzwerk, in das auch Neurologen umliegender Kliniken eingebunden sind. Der enge fachliche Austausch ermögliche eine nahtlose Überleitung in die Rehabilitation. Umgekehrt könnten Reha-Patienten bei Verschlechterungen rasch stationär abgeklärt werden, so Dr. Meyer.

TEMPiS ermöglicht erweiterte Therapieverfahren

Ergänzt wird die Versorgung durch innovative Verfahren im Rahmen des TEMPiS-Netzwerks. Dazu zählt unter anderem die mechanische Thrombektomie, ein kathetergestützter Eingriff zur Entfernung von Blutgerinnseln aus Hirnarterien. Statt die Patientinnen und Patienten in entfernte Zentren zu verlegen, wird hierfür ein spezialisierter Neuroradiologe per Helikopter nach Rotthalmünster geflogen. Das Team vor Ort bereitet den Eingriff bereits vor, sodass nach Ankunft unverzüglich behandelt werden kann.

Regelmäßige Schlaganfalltrainings und Audit-Visiten mit dem TEMPiS-Team stellen sicher, dass die Abläufe auch im Ernstfall routiniert funktionieren.

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