KHDW: Kreistag beauftragt Klinikchefin mit Medizinstrategie 2026
Kreiskliniken Dillingen-Wertingen sollen Zwei-Standort-Struktur sichern und Notfallversorgung stärken
Wie die Augsburger Allgemeine berichtet, hat der Kreistag des Landkreises Dillingen die Geschäftsführerin der Kreiskliniken Dillingen-Wertingen (KHDW), Elke Frank, einstimmig mit der Entwicklung einer Medizinstrategie 2026 beauftragt. Nach dem überstandenen Insolvenzverfahren sollen für die beiden Klinikstandorte Dillingen und Wertingen verschiedene Handlungsoptionen entwickelt werden. Im Mittelpunkt stehen dabei der Erhalt der Zwei-Standort-Struktur, die Sicherung der Notfallversorgung und die Anpassung an die neuen Anforderungen der Krankenhausreform.
Elke Frank will die Medizinstrategie über den Sommer erarbeiten und dem Kreistag im Herbst konkrete Optionen für die weitere Entwicklung der Kreiskliniken vorstellen. Nach ihren Angaben befinden sich die Häuser derzeit in einer Phase des Umbruchs. Gleichzeitig habe sich die Unternehmenskultur positiv verändert und zahlreiche Beschäftigte seien bereit, an der Zukunft der Kliniken mitzuwirken.
Besondere Bedeutung hat für den Landkreis die Zukunft der Notfallversorgung. Die CSU-Fraktion unterstützte die Entwicklung einer neuen Medizinstrategie, formulierte jedoch klare Bedingungen. Das künftige Versorgungskonzept dürfe die gesundheitliche Versorgung und insbesondere die Notfallversorgung nicht verschlechtern. Zudem dürfe die Zwei-Standort-Struktur nicht gefährdet und Dillingen nicht gegen Wertingen ausgespielt werden.
Elke Frank stellte daraufhin klar, dass sie selbst die Zwei-Standort-Struktur nicht infrage stelle. Beide Kliniken seien aufeinander angewiesen. Die Notaufnahme in Dillingen soll nach ihren Vorstellungen zu einem interdisziplinären Notfallzentrum weiterentwickelt werden.
Neben der Notfallversorgung stehen weitere medizinische Angebote auf dem Prüfstand. In Wertingen ist die geplante geriatrische Rehabilitation bislang nicht umgesetzt. Auch für eine Anlaufstelle für Notfälle fehlt dort nach Angaben der Geschäftsführerin derzeit noch ausreichend Personal. Die Leistungsgruppe Urologie kann die Klinik aktuell ebenfalls nicht mit eigenem Personal erfüllen. Auch die Orthopädie in Dillingen gilt als wichtiger Baustein der medizinischen und wirtschaftlichen Strategie. Nach Angaben Franks sehen die dort tätigen Orthopäden derzeit keinen Anlass, ihre Belegtätigkeit oder Kooperation mit der Klinik aufzugeben. Die Weiterführung der unfallchirurgischen Leistungen hängt nach ihren Angaben ebenfalls von der Zusammenarbeit mit den Orthopäden ab.
Parallel treibt die KHDW eine IT-Strategie voran. Auch die Wahlleistungsstation entwickle sich positiv. Frank sieht die Kliniken angesichts der bevorstehenden gesetzlichen Veränderungen dennoch unter erheblichem Zeitdruck. Gleichzeitig bewertet sie die Perspektive grundsätzlich positiv: Die Chancen seien größer als die Risiken.
Mit dem einstimmigen Beschluss des Kreistags hat Frank nun den Auftrag, die medizinische Zukunft der Kreiskliniken systematisch zu analysieren und verschiedene Handlungsoptionen vorzulegen. Im Herbst soll der Kreistag auf dieser Grundlage über die weitere strategische Ausrichtung der beiden Standorte beraten.




