St. Joseph-Krankenhaus Prüm beantragt Insolvenz in Eigenverwaltung

Sanierung soll Gesundheitsversorgung in der Eifel langfristig sichern

Die St. Joseph-Krankenhaus gGmbH Prüm habe angekündigt, noch in dieser Woche einen Antrag auf Durchführung eines Insolvenzverfahrens zur Sanierung in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Bitburg zu stellen. Das Krankenhaus betreibt in Prüm 150 Planbetten und beschäftigt aktuell 453 Mitarbeiter.

Das Haus verfügt über die Fachbereiche Innere Medizin, Geriatrie, Orthopädie und Unfallchirurgie, Viszeralchirurgie, Anästhesie und Intensivmedizin und übernimmt damit die Grundversorgung für weite Teile der westlichen Eifel. Hintergrund des Insolvenzantrags sind die strukturellen Herausforderungen im Gesundheitswesen, insbesondere steigende Personal-, Energie- und Sachkosten sowie die speziellen Bedingungen für ein Krankenhaus in einer ländlichen Region.

Geschäftsführer Michael Wilke erklärt: „Mit diesem Schritt stellen wir die Weichen, um unter dem Schutz der Insolvenzordnung eine dauerhafte und nachhaltige Sanierungslösung umsetzen zu können, die auch in Zukunft die Gesundheitsversorgung in der Region sicherstellt.“

Zur Unterstützung der Geschäftsführung wurden die Sanierungsexperten Dr. Christoph Niering, André Dobiey und Kristina Wessing von der Kanzlei Niering Stock Tömp (NST) als Generalbevollmächtigte hinzugezogen. Zusätzlich wird ein unabhängiger, vorläufiger Sachwalter vom Amtsgericht bestellt, der insbesondere die Interessen der Gläubiger wahrnehmen wird.

Die Belegschaft wurde am 19.11.2025 über den Ablauf des Verfahrens informiert. Durch die Vorfinanzierung des Insolvenzgelds durch die Agentur für Arbeit ist die pünktliche Auszahlung der Löhne bis Ende Januar 2026 gesichert; ab Februar übernimmt das Krankenhaus diese wieder vollständig.

Patientenversorgung und Betrieb der Notaufnahme laufen während des gesamten Sanierungsprozesses ohne Einschränkungen weiter, ebenso wie das vom Krankenhaus unterhaltene medizinische Versorgungszentrum für HNO und hausärztliche Versorgung.

In enger Abstimmung mit Gläubigern, Mitarbeitervertretung und politischen Entscheidungsträgern sollen in den kommenden Wochen die erforderlichen Schritte zur Restrukturierung und Sanierung umgesetzt werden. André Dobiey, Generalbevollmächtigter, betont: „Das Haus leistet einen wichtigen Beitrag zur medizinischen Versorgung in der Region und hat eine absolute Daseinsberechtigung.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert