Luther berät Medicana Health Group bei Übernahme des Jüdischen Krankenhauses Berlin
Transaktion zum 1. Oktober vollzogen – türkischer Klinikbetreiber startet mit Berliner Traditionshaus in den deutschen Markt
Die Medicana Health Group hat das Jüdische Krankenhaus Berlin zum 1. Oktober 2026 übernommen. Der bereits am 9. Juli 2026 unterzeichnete Übernahmevertrag wurde damit vollzogen. Für Medicana ist die Transaktion der Eintritt in den deutschen Krankenhausmarkt. Das Haus firmiert künftig als Medicana Krankenhaus Berlin | Campus Jüdisches Krankenhaus.
Die Übernahme war bereits im Juli nach einem strukturierten Investorenprozess vereinbart worden. Das Jüdische Krankenhaus befand sich zuvor in einem Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung. Nach Angaben des Krankenhauses hatten die Gläubiger der Übernahme durch Medicana einstimmig zugestimmt.
Neuer Träger bleibt im Berliner Krankenhausplan
Ein zentraler Punkt für den Vollzug war die regulatorische Absicherung des Standorts. Nach Angaben der beratenden Kanzlei Luther gehörte dazu insbesondere die Aufnahme des Krankenhauses unter neuer Trägerschaft in den Berliner Landeskrankenhausplan. Die Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben; auch die medizinische Versorgung am Standort soll fortgeführt werden.
Das Krankenhaus beschäftigt rund 820 Mitarbeitende und verfügt über 384 Betten. Zum medizinischen Spektrum gehören unter anderem Kardiologie, Angiologie, Gastroenterologie, Diabetologie, Orthopädie und Unfallchirurgie, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Gefäßchirurgie, Neurologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie. Hinzu kommen unter anderem eine überregionale Stroke Unit, eine Chest Pain Unit und ein Endoprothetikzentrum.
Medicana startet langfristiges Engagement in Deutschland
Medicana ist ein familiengeführter Krankenhausbetreiber mit Sitz in Istanbul. Nach eigenen Angaben betreibt die Gruppe 19 Krankenhäuser in der Türkei und im Ausland und beschäftigt mehr als 16.000 Mitarbeitende. Mit Berlin beginnt nun das erste Engagement im deutschen Krankenhausmarkt.
Die neue Eigentümerstruktur soll nach Darstellung des Unternehmens nicht nur die wirtschaftliche Perspektive des Hauses sichern, sondern auch dessen besondere Identität fortführen. Das Jüdische Krankenhaus selbst bezeichnet den 1. Oktober als Beginn eines neuen Abschnitts und betont, die lange Tradition des Hauses mit neuen Entwicklungsmöglichkeiten verbinden zu wollen. (1)




