Schön Klinik Lorsch diskutiert Auswirkungen des KHAG mit Staatsminister

Orthopädische Fachklinik warnt vor Fehlsteuerungen durch Einordnung in die allgemeinchirurgische Leistungsgruppe

Anfang Januar hat die Schön Klinik Lorsch hochrangigen politischen Besuch empfangen. Dr. Michael Meister, Staatsminister für Bund-Länder-Zusammenarbeit, informierte sich vor Ort über die möglichen Auswirkungen des Krankenhausreform-Anpassungsgesetzes (KHAG) auf orthopädische Fachkliniken. Gastgeber waren Marcus Sommer, Regionalgeschäftsführer Süd der Schön Klinik Gruppe, sowie Martin Wiesel, Klinikgeschäftsführer der Schön Klinik Lorsch.

Im Mittelpunkt des fachlichen Austauschs stand die geplante Zuordnung orthopädisch-unfallchirurgischer Leistungen zur Leistungsgruppe Allgemeine Chirurgie. Aus Sicht der Klinik birgt diese Systematik erhebliche Risiken für spezialisierte Einrichtungen, die ihren Versorgungsauftrag primär im orthopädisch-unfallchirurgischen Bereich haben.

Marcus Sommer betonte, dass die Schön Klinik grundsätzlich die Zielrichtung des KHAG unterstütze. „Die grundsätzliche Idee des KHAG, die Bündelung von Basisversorgung und hochspezialisierten Eingriffen im orthopädischen und unfallchirurgischen Bereich, begrüßen wir“, so der Regionalgeschäftsführer. Zugleich äußerte er deutliche Vorbehalte gegenüber der konkreten Ausgestaltung der Leistungsgruppen: „Allerdings bewegen wir uns durch die Vorgaben der allgemeinchirurgischen Leistungsgruppe in einer orthopädischen Fachklinik in die falsche Richtung.“ Insbesondere die Personalplanung werde dadurch erheblich erschwert.

Auch Klinikgeschäftsführer Martin Wiesel machte gegenüber dem Staatsminister auf strukturelle Widersprüche aufmerksam. Die Schön Klinik Lorsch erfülle nach geltendem Recht gemäß KHVVG sämtliche Qualitätskriterien in allen beantragten Leistungsgruppen und verfüge über hohe Fallzahlen sowie eine ausgeprägte Facharztquote in Orthopädie und Unfallchirurgie. Die künftig der allgemeinen Chirurgie zugeordneten Eingriffe stellten einen relevanten Anteil des Leistungsgeschehens dar. Kritisch bewertete Wiesel insbesondere, dass „hochkomplexe orthopädische Eingriffe, wie beispielsweise Schulterendoprothesen, künftig von Fachärzten für Allgemeinchirurgie erbracht werden sollen“. Dies sei sowohl unter Aspekten der Patientensicherheit als auch der Personalgewinnung und -einsatzplanung problematisch.

Dr. Michael Meister würdigte den offenen Austausch als wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Reform. „Es ist äußerst wichtig, in die Kliniken hineinzuhören, um potenzielle Risiken des KHAG frühzeitig zu erkennen und anzugehen“, erklärte der Staatsminister. Diese Risiken müssten im Blick behalten und im kontinuierlichen Dialog mit den beteiligten Akteuren diskutiert werden. Für diesen Austausch stehe er jederzeit zur Verfügung.

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