LWL-Klinik Hemer startet Modellprojekt „FlexMental MK“
Neues Versorgungsmodell setzt auf sektorenübergreifende, flexible Behandlung psychisch erkrankter Menschen
Hemer (lwl) – Die LWL-Klinik Hemer, Hans-Prinzhorn-Klinik, hat das Modellprojekt „FlexMental MK“ gestartet. Ziel des Vorhabens ist eine bedarfsgerechtere und flexiblere Behandlung von Menschen mit psychischen Erkrankungen, die sich stärker an individuellen Lebenssituationen orientiert. Grundlage ist ein Modellvertrag mit den Krankenkassen, der zusätzliche Spielräume im bislang stark reglementierten Vergütungssystem für Krankenhäuser eröffnet.
Kern des Projekts ist eine sektorenübergreifende Versorgung, bei der ambulante, tagesklinische, stationäre und häusliche Behandlungsformen flexibel miteinander kombiniert werden können. Dadurch sollen Therapieangebote besser aufeinander abgestimmt und Behandlungsverläufe kontinuierlicher gestaltet werden. Bisherige Abrechnungslogiken hätten solche Übergänge oft erschwert, berichtet der Landschaftsverband Westfalen-Lippe.
Ambulant vor stationär als Leitprinzip
FlexMental MK orientiert sich am gesundheitspolitischen Grundsatz „ambulant vor stationär“. Flexible Behandlungsbausteine ermöglichen es, stationäre Aufenthalte zu verkürzen oder ganz zu vermeiden. Patientinnen und Patienten können so häufiger in ihrem gewohnten Umfeld verbleiben und dennoch kontinuierlich therapeutisch begleitet werden. Als Beispiel nennt die Klinik eine Kombination aus ambulanter Psychotherapie und ergänzenden Therapieangeboten nach einem verkürzten stationären Aufenthalt.
Die individuelle Ausgestaltung der Behandlung bleibt dabei zentral. „Kriterien wie das soziale Umfeld, schwer voraussagbares Verhalten, Unfallgefährdung im eigenen Haushalt und weitere Punkte werden auch weiterhin genau beachtet“, betont Dr. Patrick Debbelt, Ärztlicher Direktor der LWL-Klinik Hemer. Ziel sei es, „noch mehr Flexibilität und Passgenauigkeit zu erreichen und den Schritt zur Behandlung zu vereinfachen“.
Schrittweise Einführung auf den Stationen
Erste positive Erfahrungen hatte die Klinik bereits mit einem Vorläuferkonzept in Kooperation mit einer einzelnen Krankenkasse gesammelt. Mit FlexMental MK werde dieses Versorgungsmodell nun kassenunabhängig angeboten. Aufgrund unterschiedlicher fachlicher Schwerpunkte und Patientengruppen erfolgt die Einführung schrittweise innerhalb der Klinik.
Gesetzliche Grundlage in § 64b SGB V
Rechtliche Basis des Modellprojekts ist § 64b SGB V, der Krankenhäusern die Möglichkeit eröffnet, sektorenübergreifende und flexible Behandlungsformen zu erproben. „Die LWL-Klinik Hemer, Hans-Prinzhorn-Klinik, ist bisher eine der wenigen Einrichtungen, die das flexiblere Behandeln anbietet“, erklärt Prof. Dr. Jens Bothe, Kaufmännischer Direktor der Klinik. Er sieht darin eine große Chance, die psychiatrische Versorgung nachhaltig zu verbessern.






