Robotikmedizin auf Spitzenniveau: Universitätsmedizin Greifswald setzt Maßstäbe in der roboterassistierten Chirurgie
Erfolgreiche Eingriffe mit neuester OP-Technologie und europäischer Vorreiterrolle bei Kehlkopfoperation
Die Universitätsmedizin Greifswald hat sich in weniger als drei Jahren zu einem europaweit führenden Zentrum für roboterassistierte Chirurgie entwickelt. Seit dem Start des robotischen OP-Programms Ende 2022 wurden dort über 1.000 Eingriffe mit dem hochmodernen da Vinci-System erfolgreich durchgeführt – darunter mehrere medizinische Premieren im deutschsprachigen Raum (D-A-CH). Die Universität rechtfertigt damit das Vertrauen der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern, die gemeinsam mit dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) die Investitionen in die Spitzentechnologie unterstützt hat.
Ein herausragendes Beispiel ist ein Eingriff im Hals-Nasen-Ohren-Bereich: Eine hochkomplexe Kehlkopfoperation konnte dank eines nur einarmigen da Vinci SP-Roboters durchgeführt werden – eine Premiere im gesamten D-A-CH-Raum. „Luft- und Speiseröhre befinden sich hier auf engstem Raum, herkömmliche OP-Roboter sind zu groß, ein zweiter Eingriff oft unmöglich. Der neue da Vinci SP ermöglichte den Zugang durch Mund und Hals – minimalinvasiv, sicher und ohne zusätzliche Schnitte“, so die Universitätsmedizin.
„Wir sind sehr dankbar, dass wir durch die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern und Mittel aus dem Europäischen EFRE-Fonds beim Erwerb des da Vinci SP unterstützt wurden“, erklärt Prof. Dr. Uwe Reuter, Ärztlicher Vorstand der Universitätsmedizin Greifswald. „Die Investitionen haben sich gelohnt. Dank der Professur für roboterassistierte Chirurgie, exzellenter Infrastruktur und eines hochspezialisierten Teams wurde der da Vinci SP in Rekordzeit in fünf Fachabteilungen etabliert: Viszeralchirurgie, Urologie, HNO, Gynäkologie und Thoraxchirurgie.“
Neben der Kehlkopfoperation zählen auch eine schonende Form der Brustabnahme bei Mammakarzinom und die roboterassistierte Behandlung von Lungenkrebs zu den chirurgischen Neuerungen, die bundesweit erstmals in Greifswald durchgeführt wurden.
Zur robotischen Ausstattung der Universitätsmedizin gehören inzwischen zwei da Vinci-Systeme (SP und Xi) mit Doppelkonsolen, die nicht nur für die Patientenversorgung, sondern auch für die Ausbildung von Medizinstudierenden und jungen Operateur:innen genutzt werden. Ergänzt wird das Portfolio durch die Orthopädie-Robotersysteme Mako und Rosa.
Prof. Richard Hummel, Inhaber der Professur für roboterassistierte Chirurgie, betont: „Wir freuen uns, durch den breitgefächerten Einsatz der Systeme in Greifswald und die vielfältigen Erfahrungen maßgeblich zur weiteren Entwicklung der robotischen Chirurgie beitragen zu können.“




