RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt: Bayern sichert Geburtshilfe mit über 1 Mio. Euro
Freistaat und Landkreis fördern Geburtshilfe am RHÖN Campus
Die Geburtshilfe am RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt bleibt durch finanzielle Unterstützung von Freistaat und Landkreis gesichert. Insgesamt fließen über eine Million Euro in die Defizitfinanzierung des Jahres 2024. Wie der Freistaat Bayern und der Landkreis Rhön-Grabfeld mitteilen, soll damit die wohnortnahe geburtshilfliche Versorgung im ländlichen Raum stabilisiert werden.
Die Entscheidung zur finanziellen Unterstützung erfolgt vor dem Hintergrund zunehmender wirtschaftlicher Belastungen geburtshilflicher Abteilungen in Deutschland. Insbesondere kleinere und mittelgroße Versorgungsstandorte geraten durch steigende Personal- und Betriebskosten sowie strukturelle Unterfinanzierung unter Druck. In Bad Neustadt soll die Förderung dazu beitragen, die bestehende Versorgungseinheit trotz Defizits dauerhaft zu erhalten.
Die Gesamtsumme von mehr als einer Million Euro setzt sich aus zwei Finanzierungsquellen zusammen. Der größte Anteil in Höhe von 947.422,31 Euro stammt aus dem bayerischen Förderprogramm „Zukunftsprogramm Geburtshilfe“ des Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention. Ergänzt wird die Förderung durch einen kommunalen Eigenanteil des Landkreises Rhön-Grabfeld in Höhe von 167.192,17 Euro. Die Mittel werden rückwirkend für das Defizit des Jahres 2024 bereitgestellt.
Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach betonte die Bedeutung der Förderung für die Sicherstellung einer flächendeckenden Versorgung. Seit dem Start des Programms im Jahr 2019 seien bayernweit bereits über 130 Millionen Euro zur Stabilisierung geburtshilflicher Strukturen bewilligt worden. Ziel sei es, insbesondere Einrichtungen im ländlichen Raum zu unterstützen, die eine zentrale Versorgungsfunktion übernehmen.
Auch die Nachfrage nach der geburtshilflichen Versorgung in Bad Neustadt unterstreicht aus Sicht der Verantwortlichen die Relevanz des Standorts. Im Jahr 2024 wurden dort 427 Geburten registriert, im Jahr 2025 stieg die Zahl bereits auf 453 Geburten. Damit bleibt die Abteilung ein wichtiger Bestandteil der regionalen Gesundheitsversorgung.
Neben der stationären Geburtshilfe werden auch freiberufliche Hebammen im Landkreis Rhön-Grabfeld unterstützt. Im Jahr 2025 belief sich die Förderung ihrer Tätigkeit auf rund 16.000 Euro. Damit soll die ambulante Betreuung von Schwangeren und jungen Familien zusätzlich gestärkt werden.
Landrätin Sonja Rahm betonte die Bedeutung der Geburtshilfe als Teil der kommunalen Daseinsvorsorge. Gerade für Familien im ländlichen Raum sei der Zugang zu einer wohnortnahen medizinischen Versorgung entscheidend für Lebensqualität und Standortattraktivität. Die Unterstützung durch den Freistaat sei daher ein wichtiges Signal für die Zukunftsfähigkeit der Region.
Auch die Klinikleitung des RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt begrüßt die Entscheidung. Nach Angaben der Geschäftsführenden Direktorin Hannah Gilles ermögliche die Förderung, werdende Mütter weiterhin mit hoher medizinischer Qualität und verlässlicher Betreuung zu versorgen. Die Geburtshilfe bleibe damit ein zentraler Bestandteil des Campus-Profils.
Mit der gemeinsamen Finanzierungszusage setzen Freistaat und Landkreis ein politisches Signal für den Erhalt der geburtshilflichen Versorgung im ländlichen Raum. Für die Region bedeutet dies Planungssicherheit und die Sicherung kurzer Wege für werdende Eltern.




