Kreisklinik Wolfratshausen verzeichnet 5 Millionen Euro Defizit
Trotz steigender Fallzahlen belasten Personalkosten, Energie und Erlösbegrenzungen die kommunale Klinik
Die Kreisklinik Wolfratshausen hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem Defizit von knapp 5 Millionen Euro abgeschlossen. Wie Das Gelbe Blatt berichtet, stiegen die Fallzahlen zwar an, gleichzeitig wuchsen die Kosten jedoch deutlich schneller als die Erlöse. Geschäftsführer Ingo Kühn sieht insbesondere die strukturelle Finanzierungslücke als zentrales Risiko für die weitere wirtschaftliche Entwicklung des 160-Betten-Hauses.
Die Kreisklinik konnte im vergangenen Jahr rund 140 zusätzliche stationäre Fälle verzeichnen. Der Anstieg führte jedoch nicht zu einer entsprechenden Verbesserung der wirtschaftlichen Situation. Höhere Tarifkosten beim Personal sowie gestiegene Energie- und Sachkosten belasteten das Ergebnis. Zudem mussten für die gestiegene Zahl der Behandlungen weitere Mitarbeitende eingestellt werden. Insgesamt kamen 23,5 Vollzeitkräfte hinzu.
Unterm Strich erhöhte sich das Defizit der Kreisklinik von knapp 3,5 Millionen Euro im Jahr 2024 auf rund 5 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2025. Rund 600.000 Euro des Fehlbetrags entfielen dabei auf das Pflegeheim in Lenggries. Die Einrichtung wurde im August 2025 von der Caritas übernommen und wird künftig nicht mehr in der Bilanz der Kreisklinik erscheinen.
Operativ habe sich die Kreisklinik nach Angaben von Geschäftsführer Kühn dennoch verbessert. Ohne den Fixkostendegressionsabschlag (FDA) hätte das Defizit im vergangenen Jahr bei rund 2,8 Millionen Euro gelegen. Der FDA erhöhte den Fehlbetrag demnach um fast 1,6 Millionen Euro.
Mit Blick auf die Krankenhausreform sieht Kühn die künftige Erlössituation als einen wesentlichen Unsicherheitsfaktor. Das Klinikum könne nicht sämtliche medizinischen Leistungen selbst anbieten und müsse deshalb stärker auf Kooperationen mit anderen Krankenhäusern setzen. Die strategische Ausrichtung soll sich künftig an dem orientieren, was für die Region relevant ist und zum medizinischen Leistungsspektrum des Hauses passt. Neben der Notfallmedizin sollen insbesondere die Endoprothetik, das Weaning und die Geriatrie gestärkt werden.
Für die künftig vorgesehenen Leistungsgruppen hat die Kreisklinik nach Angaben des Geschäftsführers entsprechende Anträge gestellt. Insgesamt seien 365 Nachweise eingereicht worden. Die wirtschaftliche Stabilisierung bleibt damit eng mit der zukünftigen medizinischen Struktur des Hauses verbunden.




