Nürnberg stimmt Übernahme der Hallerwiese-Cnopfschen Kinderklinik zu
Aktionsgruppe begrüßt kommunale Lösung – fordert zugleich Sicherung ländlicher Klinikstandorte
Die Stadt Nürnberg hat der Übernahme der Hallerwiese-Cnopfschen Kinderklinik durch das Klinikum Nürnberg zugestimmt. Wie die Aktionsgruppe „Schluss mit Kliniksterben in Bayern“ in einer Pressemitteilung vom 30. Januar 2026 erklärt, wird der Schritt als richtungsweisend für die Sicherung der stationären Versorgung von Kindern, Jugendlichen, Neugeborenen und Schwangeren bewertet. Hintergrund ist der weitgehende Rückzug des Sozialverbands Diakoneo aus der stationären Krankenhausversorgung.
Integration in das Klinikum Nürnberg soll zum 1. Januar 2027 erfolgen (29.01.2026)
Nach Darstellung der Aktionsgruppe stellt die Übernahme durch das kommunale Klinikum Nürnberg eine Stabilisierung der Versorgungsstrukturen in der Metropolregion dar. Klaus Emmerich, Klinikvorstand im Ruhestand, erklärte laut Mitteilung, bedarfsnotwendige Krankenhäuser seien „als zentraler Bestandteil der Daseinsvorsorge“ dauerhaft in öffentlicher Hand zu führen. Mit der Entscheidung übernehme die Stadt Nürnberg gemeinsam mit dem Klinikum Nürnberg als Maximalversorger Verantwortung für die regionale Gesundheitsversorgung.
Zugleich weist die Aktionsgruppe auf mögliche Auswirkungen für angrenzende Standorte hin. Insbesondere für die Kliniken Nürnberger Land wird die Sorge geäußert, dass eine stärkere Bündelung klinischer Ressourcen im Stadtgebiet negative Effekte auf die Versorgung im ländlichen Raum haben könnte. Konkret fordert die Initiative den dauerhaften Erhalt der Geburtshilfe am Standort Lauf sowie der stationären internistischen Versorgung in Altdorf.
Die aktuelle Entwicklung ist eingebettet in eine umfassendere Neuordnung der Trägerlandschaft. Der Sozialverband Diakoneo hat sich aus wirtschaftlichen Gründen von mehreren Krankenhäusern getrennt. Neben der Schließung der Diakoneo Klinik Neuendettelsau befindet sich die Diakoneo Klinik Schwabach im Insolvenzverfahren und soll von einem privaten Träger übernommen werden. Die Diakoneo Klinik Schwäbisch Hall wurde vom Landkreis Schwäbisch Hall erworben. Die Aktionsgruppe kritisiert diese Schritte seit Längerem als überwiegend ökonomisch motiviert.
Für Krankenhausmanagement und Gesundheitspolitik unterstreicht der Vorgang die wachsende Bedeutung kommunaler Trägerschaften im Zuge der Krankenhausreform. Insbesondere Maximalversorger stehen dabei vor der Herausforderung, spezialisierte Leistungen zu sichern, ohne die flächendeckende Versorgung in angrenzenden Regionen zu schwächen.






