Bezirkskliniken Mittelfranken und Klinikum Nürnberg planen neurologische Allianz
Gespräche über Übergang des Zentrums für Neurologie und Neurologische Rehabilitation gestartet
Die Bezirkskliniken Mittelfranken und das Klinikum Nürnberg haben Verhandlungen über die Zukunft des Zentrums für Neurologie und Neurologische Rehabilitation (ZNR) am Standort Erlangen aufgenommen. Ziel der strategischen Gespräche ist ein möglicher Betriebsübergang des ZNR auf das Klinikum Nürnberg zum 1. Juli 2027. Damit reagieren die Träger auf die steigenden Anforderungen der Krankenhausreform des Bundes und streben eine langfristige Sicherung der Versorgungssicherheit unter kommunaler Trägerschaft an.
Die Krankenhauslandschaft in Mittelfranken steht vor einer bedeutenden strukturellen Weichenstellung. Wie die beteiligten Häuser am 16. April 2026 mitteilten, führen die Bezirkskliniken Mittelfranken und das Klinikum Nürnberg vertiefende Gespräche über die Fortführung des ZNR, das aktuell noch von den Bezirkskliniken am Klinikum am Europakanal betrieben wird. Hintergrund ist ein umfassender strategischer Diskussionsprozess: Das ZNR stellt den einzigen akut-somatischen Bereich im Portfolio der ansonsten psychiatrisch-neurologisch ausgerichteten Bezirkskliniken dar. Ein Strukturgutachten des Bayerischen Instituts für Krankenhausberatung bestätigte zudem, dass der Betrieb in der bisherigen Form angesichts steigender personeller und struktureller Anforderungen durch das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG) langfristig kaum sicherzustellen wäre.
Das Klinikum Nürnberg, als kommunaler Maximalversorger und derzeitiger Hauptzuweiser für das ZNR, gilt als idealer Partner. Mit einer der größten neurologischen Kliniken und Stroke Units in Bayern verfügt das Haus über die notwendige Expertise, um die nahtlose Kette von der Akutbehandlung bis zur Frührehabilitation abzubilden. Oberbürgermeister Marcus König und Prof. Dr. Achim Jockwig, Vorstandsvorsitzender des Klinikums Nürnberg, betonten, dass die Integration des ZNR die regionale Versorgung stabilisieren und die Genesungspfade für Patienten mit Schlaganfällen oder Schädel-Hirn-Verletzungen optimieren würde.
Für die rund 250 Mitarbeitenden des ZNR, das über 145 Betten verfügt, ist ein strukturierter Übergang geplant. Dr. Matthias Keilen, Medizinvorstand der Bezirkskliniken, unterstrich, dass bei einem Betriebsübergang Arbeitsplätze und vertragliche Regelungen gesichert blieben. Bis Ende des Jahres 2026 sollen die rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen final geprüft werden. Vorgesehen ist, dass das ZNR nach einem möglichen Trägerwechsel zunächst für einige Jahre am Standort Erlangen verbleibt, bevor perspektivisch ein Umzug an den Campus Nord des Klinikums Nürnberg erfolgt.





