LVR-Klinik Bonn schließt Neurologie vor Übergangsfrist – drohende Versorgungslücke
Stroke Unit, Intensivstation und Frührehabilitation betroffen – Gemeinschaftskrankenhaus Bonn erst Ende April einsatzbereit
Die Neurologie der LVR-Klinik Bonn mit Stroke Unit, Intensivstation und Frührehabilitation schließt zum 31. März 2026. Wie der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet, können neurologische Notfälle in Bonn ab sofort nicht mehr dort behandelt werden. Das geplante Folgekrankenhaus ist frühestens Ende April aufnahmebereit, was die Versorgungssicherheit für Patientinnen und Patienten kurzfristig gefährdet.
Die Entscheidung zur vorzeitigen Schließung der neurologischen Abteilung wurde vom LVR (Landschaftsverband Rheinland) getroffen, obwohl der Versorgungsauftrag ursprünglich bis Ende 2026 gilt und eine zwölfmonatige Übergangsfrist vorgesehen ist. Laut Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales handelt es sich nicht um eine staatliche Anordnung, sondern um eine freie Trägerentscheidung. Die Abteilung mit 50 Betten für Stroke Unit, Intensivstation, Frührehabilitation und Normalstation wurde damit eine Woche vor dem offiziellen Schließungstermin heruntergefahren.
Die Versorgungslücke wird durch den Zeitplan des Gemeinschaftskrankenhauses Bonn verschärft. Dieses Haus erhielt erst vor zwei Wochen den Feststellungsbescheid für Allgemeine Neurologie, Stroke Unit und Frührehabilitation und kann nach eigenen Angaben frühestens Ende April Patientinnen und Patienten aufnehmen. Der Gesetzgeber sieht die zwölfmonatige Übergangsfrist vor, um Personal einzustellen, Strukturen aufzubauen und technische Geräte zu beschaffen. Aufgrund der extrem kurzen Vorlaufzeit von rund drei Wochen sei eine sichere Patientenversorgung nicht gewährleistet. Das Gemeinschaftskrankenhaus hatte bereits 2022 einen „Letter of Intent“ mit der LVR-Klinik geschlossen, der von der LVR einseitig im Oktober 2024 gekündigt wurde.




