Krankenhaus Forst: Beschäftigte protestieren für den Erhalt der Lausitz Klinik
Am Krankenhausstandort in Forst steht ein Trägerwechsel bevor. Die Gewerkschaften ver.di, Deutscher Gewerkschaftsbund und Marburger Bund rufen deshalb für Freitag, den 20. Februar 2026, ab 12 Uhr zu einer aktiven Mittagspause vor der Lausitz Klinik Forst GmbH in der Robert-Koch-Straße 35 auf. Rund 330 Beschäftigte, darunter etwa 190 Pflegefachkräfte sowie rund 60 Ärztinnen und Ärzte, sind zur Teilnahme aufgerufen. Auch die Bürgerinnen und Bürger der Forst (Lausitz) sind eingeladen, sich an der Aktion für den Erhalt des Krankenhausstandortes zu beteiligen.
Hintergrund ist der geplante Verkauf der Mehrheitsanteile an der Klinik. Das Krankenhaus der Grundversorgung mit 209 Planbetten befindet sich bislang zu 49 Prozent im Eigentum der Stadt Forst (Lausitz) und zu 51 Prozent in der Trägerschaft der Klinikum Ernst von Bergmann gGmbH. Die Potsdamer Gesellschaft beabsichtigt, ihre Anteile an das Evangelisches Diakonissenhaus Berlin Teltow Lehnin zu veräußern. Als Grund werden unter anderem die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Klinik in den vergangenen Jahren genannt.
Die Beschäftigten befürchten, dass mit dem Einstieg des neuen Mehrheitseigentümers Einschnitte bei den Arbeitsbedingungen verbunden sein könnten. Das Diakonissenhaus hat die Gewerkschaften ver.di und den Marburger Bund zu getrennten Tarifverhandlungen mit dem Ziel der Beschäftigungssicherung durch Lohnabsenkungen aufgefordert. In Mitgliederversammlungen haben sich die Gewerkschaftsmitglieder jeweils gegen weitere Gehaltskürzungen ausgesprochen.
Bereits in der Vergangenheit hatten die Beschäftigten nach Angaben der Gewerkschaften erhebliche Beiträge zur Standortsicherung geleistet. Seit 2003 kam es zu tariflich geregelten Arbeitszeitreduzierungen ohne Lohnausgleich. Zwischen 2004 und 2014 wurde die wöchentliche Arbeitszeit für nichtärztliche Vollzeitbeschäftigte zeitweise um bis zu fünf Stunden abgesenkt. Von 2015 bis 2021 bestand keine Tarifbindung, Tariferhöhungen blieben in dieser Phase aus.
Seit dem 1. Januar 2022 gilt wieder ein ver.di-Tarifvertrag für die nichtärztlichen Beschäftigten. Das Entgeltniveau erreichte damit zunächst 92,5 Prozent des TVöD. Aktuell liegt es in der Pflege bei rund 91 Prozent und soll ab Mai 2026 auf etwa 89 Prozent sinken. Bei den übrigen nichtärztlichen Beschäftigten liegt das Niveau nochmals niedriger. Auch die ärztlichen Gehälter bleiben unter dem Flächentarifvertrag für kommunale Krankenhäuser.
Die Gewerkschaften fordern den Erhalt der Lausitz Klinik Forst als unverzichtbaren Bestandteil der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum, keine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen sowie eine auskömmliche Finanzierung der Krankenhäuser durch Politik und öffentliche Hand.




