Fachkräftesicherung im ländlichen Raum: Universitätsmedizin Halle und Harzklinikum begründen strategische Allianz
„Medizin-Campus Harzklinikum“ soll Medizinstudierende frühzeitig an die Region binden – Start mit sieben Fachbereichen geplant
Die Universitätsmedizin Halle und das Harzklinikum Dorothea Christiane Erxleben haben eine weitreichende Kooperation zur Sicherung des ärztlichen Nachwuchses in Sachsen-Anhalt geschlossen. Angesichts des sich verschärfenden Ärztemangels, insbesondere in ländlichen Regionen, soll durch den Aufbau eines dezentralen „Medizin-Campus Harzklinikum“ die akademische Ausbildung direkt in die Versorgungsfläche getragen werden. Ziel ist es, angehende Mediziner frühzeitig mit den Arbeits- und Lebensperspektiven außerhalb der Ballungszentren vertraut zu machen.
Wie beide Einrichtungen am 22. Januar 2026 mitteilten, sieht der Rahmenvertrag einen stufenweisen Aufbau vor. Bereits zum Wintersemester 2026/2027 sollen die ersten klinischen Blockpraktika am Harzklinikum stattfinden. Wissenschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann bezeichnete das Projekt als „erstklassig mit besten Erfolgschancen“, um die Quote der im Land verbleibenden Absolventen nachhaltig zu erhöhen.
Die Kooperation startet zunächst in sieben ausgewählten klinischen Fachbereichen. Neben der Lehre sind gemeinsame Forschungsprojekte und wissenschaftliche Lehrveranstaltungen geplant. PD Dr. Matthias Janda, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Halle, betonte die Bedeutung der Verknüpfung von universitärer Expertise – insbesondere in der Chirurgie, Inneren Medizin und Notfallmedizin – mit der hohen Praxisnähe eines regionalen Schwerpunkversorgers wie dem Harzklinikum.
Durch die dezentrale Ausbildung sollen Studierende die „Versorgungsrealitäten außerhalb großer Zentren“ kennenlernen, so Dekanin Prof. Heike Kielstein. Das Harzklinikum bringt hierbei seine langjährige Erfahrung als Akademisches Lehrkrankenhaus ein.




