Kommunales MVZ Neuenrade vor dem Aus? CDU-Mehrheitsfraktion fordert Prüfung einer Privatisierung

Politische Neuausrichtung nach wirtschaftlicher Stagnation: „Privat vor Staat“ als neues Leitmotiv in der ärztlichen Versorgung

In der sauerländischen Stadt Neuenrade zeichnet sich eine fundamentale strategische Neuausrichtung in der ambulanten Gesundheitsversorgung ab. Wie das Portal come-on.de berichtet, hat die CDU-Mehrheitsfraktion überraschend gefordert, die Privatisierung des städtischen Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) zu prüfen. Damit gerät ein Modell unter Druck, das ursprünglich als preisgekröntes Konzept zur Sicherung der lokalen hausärztlichen Versorgung unter kommunaler Regie (Anstalt öffentlichen Rechts) gestartet war.

Die Begründung für den Kurswechsel ist vielschichtig: CDU-Fraktionschef Mark Hantelmann verwies darauf, dass der ursprüngliche Druck zur Sicherstellung gesunken sei, da bestehende Arztpraxen fortgeführt wurden. Zudem gelte der Grundsatz „Privat vor Staat“. Während die FDP in einer Privatisierung notwendige Anreize für eine positive Ergebnisentwicklung sieht und die FWG das Modell ohnehin seit jeher präferiert, mahnt die SPD zur Vorsicht. Fraktionschef Thomas Wette fordert zunächst eine tiefgreifende Ursachenanalyse der wirtschaftlichen Situation, bevor über einen Verkauf entschieden wird. Ein entsprechendes Angebot zur externen Beratung sei von der Stadtverwaltung bisher jedoch nicht abgerufen worden.

Das MVZ Neuenrade war mit dem Ziel angetreten, durch attraktive Anstellungsmodelle junge Mediziner in die Region zu locken und gleichzeitig Gewinne für den städtischen Haushalt zu generieren. Die aktuelle Debatte legt jedoch nahe, dass die Patientenzahlen hinter den Erwartungen zurückblieben und die erhoffte Konsolidierung der Finanzen ausblieb.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert