24 Millionen Euro für neue Poliklinik: Wittstock stellt Versorgung nach Klinik-Aus neu auf

Brandenburg investiert nach Schließung des KMG-Klinikums in sektorenübergreifendes Modellprojekt

Der Krankenhausstandort Wittstock (Landkreis Ostprignitz-Ruppin) steht vor einer radikalen Transformation. Nach der angekündigten Schließung des KMG-Klinikums zum 1. Januar 2027 wird das Land Brandenburg rund 24 Millionen Euro investieren, um das Vakuum in der stationären Versorgung durch eine moderne Poliklinik zu füllen. Zusammen mit einem kommunalen Anteil der Stadt Wittstock in Höhe von drei Millionen Euro fließen insgesamt 27 Millionen Euro in das Projekt, berichtet der Nordkurier.

Wie Gesundheitsministerin Britta Müller mitteilte, soll die neue Einrichtung bis 2030 im historischen „Produktionsgebäude 1905“ entstehen. Betreiber wird die „OGD Ostprignitz-Ruppiner Gesundheitsdienste“, eine Tochtergesellschaft des Universitätsklinikums Ruppin-Brandenburg (MHB). Flankierend wird die Rettungswache vor Ort aufgestockt und die KMG-Kliniken sichern durch eine kardiologische Zweigpraxis sowie die Fortführung der chirurgischen D-Arzt-Praxis die fachärztliche Basis ab. Parallel dazu bietet die KVBB Förderungen von bis zu 55.000 Euro für Neuansiedlungen an, um bestehende Zulassungslücken (u. a. Augenheilkunde, Gynäkologie, HNO) zu schließen.

Ministerin Müller bezeichnete das Vorhaben als „Leuchtturmprojekt“, das im Kontext der Krankenhausreform zeige, dass Versorgungssicherheit nicht zwingend an den Erhalt jedes stationären Standorts gebunden sei.

Die Ankündigung einer speziellen „Förderrichtlinie Polikliniken“ durch das Land Brandenburg ist ein Signal an alle ländlichen Träger. Hier entsteht ein neues Finanzierungsinstrument für investive Maßnahmen, das über die klassische Krankenhausbauverordnung hinausgeht. Die Kombination aus MVZ-Strukturen, D-Arzt-Sicherung und Rettungswachen-Aufstockung ist die notwendige Antwort auf die Schließung kleiner Standorte.

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