Klinikverbund Südwest: Flugfeldklinikum Böblingen soll 2028 in Betrieb gehen
Landrat treibt 800-Millionen-Projekt im Klinikverbund Südwest voran
Der Neubau des Flugfeldklinikums in Böblingen schreitet weiter voran, verzögert sich jedoch bis 2028. Wie der Landkreis mitteilt, soll der Maximalversorger mit rund 700 Betten im vierten Quartal 2028 in Betrieb gehen. Hintergrund sind unter anderem Verzögerungen durch die Insolvenz eines beteiligten Planungsbüros.
Das Flugfeldklinikum in Böblingen zählt zu den größten Krankenhausbauprojekten in Baden-Württemberg und gilt als zentrales Zukunftsprojekt für die stationäre Versorgung in der Region. Bei einem Baustellenrundgang verschafften sich zahlreiche Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus dem Landkreis gemeinsam mit Landrat Roland Bernhard einen Überblick über den Baufortschritt.
Das Projekt wird vom Klinikverbund Südwest realisiert und soll als moderner Maximalversorger die medizinische Infrastruktur im Landkreis nachhaltig sichern. Mit einer Investitionssumme von rund 800 Millionen Euro stellt der Neubau zugleich eine der größten kommunalen Einzelinvestitionen im Gesundheitssektor dar.
Die Dimensionen des Bauvorhabens unterstreichen die strategische Bedeutung: Das Gebäude misst rund 220 Meter in der Länge und 140 Meter in der Breite, umfasst etwa 700 Betten auf 22 Stationen sowie 13 Operationssäle. Ergänzt wird die Infrastruktur durch einen Hubschrauberlandeplatz, der insbesondere für die Notfallversorgung eine zentrale Rolle spielt.
Ursprünglich lag das Projekt im Zeitplan, wie das Richtfest im Juli 2023 zeigte. Auch die Einweihung des benachbarten Verwaltungsgebäudes des Klinikverbunds im Sommer 2024 markierte einen wichtigen Meilenstein. Im weiteren Verlauf kam es jedoch zu Verzögerungen, nachdem ein Planungsbüro im Bereich der technischen Gebäudeausrüstung insolvent wurde. In der Folge verschob sich der Fertigstellungstermin um mehrere Jahre.
Aktuell arbeiten rund 300 Beschäftigte auf der Baustelle. Während die äußere Gebäudehülle weitgehend fertiggestellt ist, konzentrieren sich die Arbeiten zunehmend auf den Innenausbau. Dazu zählen insbesondere Trockenbau, technische Gebäudeausrüstung sowie die Installation komplexer Versorgungssysteme. In den kommenden Monaten ist unter anderem die Inbetriebnahme zentraler Lüftungstechnik vorgesehen.
Der Neubau ist Teil einer umfassenden Strukturstrategie im Landkreis, die auf Zentralisierung und Spezialisierung setzt. Ziel ist es, durch moderne Infrastruktur und gebündelte Leistungen sowohl die Versorgungsqualität als auch die wirtschaftliche Stabilität des Klinikverbunds langfristig zu sichern.
Trotz der erheblichen finanziellen Belastung für die kommunalen Haushalte wird das Projekt von den beteiligten Akteuren als notwendig erachtet, um den steigenden Anforderungen an eine leistungsfähige Krankenhausversorgung gerecht zu werden.






