Klinikverbund Heidelberg-Mannheim nimmt Gestalt an
Landesregierung beschließt strukturelle und finanzielle Eckpunkte – Start für 2026 geplant
Der Zusammenschluss der Universitätsklinika Heidelberg und Mannheim wird konkret: Am 29. Juli 2025 hat der Ministerrat Baden-Württembergs umfassende Maßnahmen beschlossen, um den neuen Klinikverbund zum 1. Januar 2026 an den Start zu bringen. Der Schritt ist Teil einer langfristigen Strategie zur Stärkung der Universitätsmedizin in der Rhein-Neckar-Region – wissenschaftlich, wirtschaftlich und infrastrukturell.
Im Zentrum des Vorhabens steht ein künftig sechsköpfiger Verbundvorstand, der medizinisch-strategische Entscheidungen für beide Kliniken trifft. „Die Verbundlösung ist eine große Chance für das Land, zu den Topkliniken in Berlin und München weiter aufzuschließen“, sagte Wissenschaftsministerin Petra Olschowski. Zugleich betonte sie, dass beide Häuser rechtlich eigenständig bleiben – ein einheitliches Krankenhaus im Sinne des Krankenhausfinanzierungsrechts wird nicht entstehen.
Ein standortübergreifender Struktur- und Entwicklungsplan soll bis Ende 2026 erarbeitet werden. Dieser wird unter anderem ein medizinisches Versorgungskonzept beinhalten, Doppelvorhaltungen abbauen, Ambulantisierungspotenziale nutzen und strategische Versorgungsschwerpunkte definieren.
Ein zentrales Bauvorhaben des Verbunds ist der Neubau „Neue Mitte“ am Mannheimer Standort – als Voraussetzung für moderne medizinische Versorgung. Das Land will diesen Prozess eng begleiten und beschleunigen.
Finanziell profitiert insbesondere das bislang defizitäre Universitätsklinikum Mannheim: Das Land wird bis 2037 rund 480 Millionen Euro bereitstellen, um bestehende Defizite zu kompensieren. Die Stadt Mannheim bringt zusätzlich Leistungen in Höhe von bis zu 300 Millionen Euro ein – unter anderem für Grundstücke, Infrastruktur und den Neubau.




