Jahresabschluss 2025: Unimedizin Greifswald wächst trotz Defizit von 9,8 Millionen Euro
Rekorde bei Patientenversorgung, Forschung und Personal – Krankenhausfinanzierung belastet weiterhin die wirtschaftliche Entwicklung
Die Universitätsmedizin Greifswald hat ihren Jahresabschluss 2025 vorgelegt. Trotz eines weiteren Ausbaus der Krankenversorgung, neuer Höchstwerte bei den Drittmitteln und zusätzlicher Beschäftigung verzeichnet die Einrichtung ein Defizit von 9,8 Millionen Euro. Als Hauptursache nennt die Universitätsmedizin die aus ihrer Sicht unzureichende Finanzierung der Krankenhausleistungen.
Die Universitätsmedizin Greifswald konnte ihre medizinischen Leistungen im Jahr 2025 erneut ausbauen. Ein Schwerpunkt lag auf der interdisziplinären Behandlung komplexer Erkrankungen, bei der verschiedene Fachbereiche eng zusammenarbeiten. Nach Angaben des Klinikums war die Nachfrage nach den Versorgungsangeboten so hoch wie nie zuvor. Für den kaufmännischen Vorstand und stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Toralf Giebe unterstreichen die Leistungszahlen die zentrale Rolle der Universitätsmedizin für Mecklenburg-Vorpommern. Neben der Krankenversorgung sei die Einrichtung ein bedeutender Forschungsstandort, Arbeitgeber und Ausbildungszentrum für den medizinischen Nachwuchs.
Trotz der positiven Entwicklung schloss die Universitätsmedizin das Geschäftsjahr mit einem Defizit von 9,8 Millionen Euro ab. Auch für das laufende Jahr wird ein Fehlbetrag von 9,4 Millionen Euro erwartet. Nach Angaben des Klinikums reichen die Erlöse aus der Krankenhausfinanzierung nicht aus, um die gestiegenen Personal- und Sachkosten vollständig zu decken. Zusätzlich kritisiert die Universitätsmedizin häufige Änderungen gesetzlicher Finanzierungsregelungen, die langfristige Planungen erschwerten. Die wirtschaftliche Situation spiegele damit die Herausforderungen wider, mit denen viele Universitätskliniken und Maximalversorger derzeit konfrontiert seien.
Positiv entwickelte sich dagegen der Forschungsbereich. Mit 37,9 Millionen Euro eingeworbenen Drittmitteln erreichte die Universitätsmedizin nach eigenen Angaben einen neuen Höchstwert. Bereits zum vierten Mal in Folge wurden Forschungsprojekte mit einem Volumen von mehr als 30 Millionen Euro umgesetzt.
Auch als Arbeitgeber setzte die Einrichtung ihren Wachstumskurs fort. Die Zahl der Vollzeitkräfte stieg im Jahr 2025 um 155 auf insgesamt 3.805 Beschäftigte. Besonders deutlich fiel der Zuwachs bei ärztlichen und pflegerischen Stellen aus. Damit investierte die Universitätsmedizin trotz der angespannten wirtschaftlichen Lage weiter in den Ausbau ihrer personellen Ressourcen.
Die Entwicklung in Greifswald verdeutlicht den Spagat vieler Universitätskliniken zwischen steigenden Versorgungsleistungen und wirtschaftlichen Herausforderungen. Während medizinische Leistungen, Forschung und Personal kontinuierlich wachsen, bleibt die Finanzierung vieler Häuser hinter den tatsächlichen Kosten zurück.




