Krankenhausreform: Sparpaket gefährdet Klinikumbau
GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz könnte wirtschaftlichen Druck erhöhen und Strukturwandel der Krankenhäuser erschweren
Die wirtschaftliche Lage der deutschen Krankenhäuser bleibt angespannt. Wie das Deutsche Ärzteblatt berichtet, könnte das geplante GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz die finanzielle Situation vieler Kliniken weiter verschärfen und damit den geplanten Umbau der Krankenhauslandschaft erheblich erschweren. Nach Einschätzung des Krankenhaus Rating Report 2026 drohen bei Umsetzung der Sparmaßnahmen deutlich mehr defizitäre Kliniken und eine Belastung der Versorgungssicherheit.
Sollte das geplante GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz umgesetzt werden, erwarten die Autoren des Krankenhaus Rating Report jedoch eine deutliche Verschlechterung der wirtschaftlichen Perspektive. Für 2027 könnte der Anteil der Krankenhäuser mit roten Zahlen wieder auf etwa 60 Prozent steigen. Bis 2030 könnten laut Prognose sogar 68 Prozent der Kliniken Verluste schreiben. Besonders betroffen wären öffentlich-rechtliche und ländliche Krankenhäuser sowie Einrichtungen mit umfassender Notfallversorgung. Nach Berechnungen des Reports könnten rund 401 von etwa 1.600 somatischen Klinikstandorten wirtschaftlich besonders gefährdet sein.
Die Folgen könnten auch die regionale Versorgung treffen. Während derzeit rund 1,7 Prozent der Bevölkerung länger als 30 Minuten mit dem Auto bis zum nächsten Krankenhaus benötigen, könnte dieser Anteil bei einem Wegfall gefährdeter Standorte auf knapp sieben Prozent steigen.
Die erwarteten Einnahmeverluste könnten nach Einschätzung des Reports vor allem über Anpassungen bei den Personalkosten ausgeglichen werden. Bis 2030 könnten demnach rund 8,5 Prozent der Vollzeitstellen außerhalb der Pflege entfallen müssen.




