HBK Zwickau stellt Standorte neu auf: Konzentration der Akut- und Notfallmedizin ab 2026

Krankenhausleitung erläutert strategische Neuausrichtung vor dem Hintergrund des Krankenhausstrukturgesetzes

Das Heinrich-Braun-Klinikum (HBK) setzt seine strategische Neuausrichtung an den Zwickauer Standorten fort. Wie das Klinikum mitteilt, werden ab April 2026 die Akutmedizinische Versorgung und die Notfallmedizin am Hauptstandort Karl-Keil-Straße gebündelt. Der Standort Werdauer Straße soll sich künftig deutlicher als orthopädisches Fachkrankenhaus mit erweitertem ambulanten Angebot positionieren.

Die Klinikleitung begründet die Entscheidung mit den Anforderungen des neuen Krankenhausstrukturgesetzes sowie dem Referentenentwurf zum Krankenhaus-Anpassungsgesetz (KHAG). Diese Reformen „erfordern ein agiles Handeln der Krankenhäuser“, heißt es aus dem HBK. Seit Dezember 2022 gehört der Standort Werdauer Straße – ehemals Paracelsus-Klinik – zum Klinikum und wird seither strukturell weiterentwickelt.

Im Rahmen einer Mitarbeiterveranstaltung präsentierte die Geschäftsführung den aktuellen Beschluss des HBK-Aufsichtsrats. Danach sollen die Bereiche Allgemeine Innere Medizin, Intensivmedizin und Neurologie schrittweise an die Karl-Keil-Straße umziehen. Auch die Notfallmedizin wird künftig dort konzentriert. Geschäftsführer Rüdiger Glaß erläutert dazu: „Damit setzen wir das Ansinnen der Krankenhausreform nach Spezialisierung und Qualität um.“ Mit Blick auf die Reform gehe man zudem davon aus, dass „die Umsetzung aller erforderlichen strukturellen Voraussetzungen […] am Standort Werdauer Straße weder organisatorisch noch wirtschaftlich darstellbar sein wird“.

Gleichzeitig betont die Klinikleitung den hohen Einsatz der Beschäftigten: „Die ärztlichen, pflegerischen und therapeutischen Fachkräfte an diesem Standort haben über viele Jahre hinweg hervorragende Arbeit geleistet“, heißt es in der Mitteilung. Um Fachkompetenz und Arbeitsplätze langfristig zu sichern, werden die betroffenen Bereiche vollständig an die Karl-Keil-Straße verlagert. Dort können Mindestvoraussetzungen wie medizintechnische Ausstattung, qualifiziertes Personal und notwendige Leistungsgruppen dauerhaft erfüllt werden. Die Teams sollen geschlossen bleiben.

Zur Vorbereitung der strukturellen Veränderungen sind umfangreiche Baumaßnahmen geplant. Die Finanzierung soll über Transformationsfonds-Mittel der Bundesregierung erfolgen, entsprechende Anträge wurden gestellt. Bereits jetzt entstehen rund 240 neue Pkw-Stellplätze für Mitarbeitende auf dem Klinikgelände.

Für den Standort Werdauer Straße ergeben sich ebenfalls klare Perspektiven. Durch die Fokussierung auf Orthopädie und Schmerztherapie sollen die bestehenden Stärken weiter geschärft werden. Die freiwerdenden Flächen sollen genutzt werden, um das ambulante Angebot auszubauen. Vorgesehen ist die Einrichtung zweier zusätzlicher Facharztpraxen der HBK-Poliklinik: einer gastroenterologischen Praxis sowie einer chirurgischen Praxis mit Zulassung für Arbeitsunfälle und D-Arzt-Verfahren.

Die Neuaufstellung soll nicht nur die Versorgungssicherheit stärken, sondern auch die medizinische Qualität verbessern: Patienten profitieren zukünftig von umfassenderen diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten am Hauptstandort, standortübergreifende Verlegungen sollen entfallen.

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