Clemenshospital Münster testet elektronische Patientenakte als NRW-Pilotklinik
Digitale Vernetzung, schnellere Abläufe und mehr Transparenz für Patientinnen und Patienten
Das Clemenshospital in Münster, ein Krankenhaus in Trägerschaft der Alexianer, gehört zu den sechs Pilotkrankenhäusern in Nordrhein-Westfalen, die seit Jahresbeginn 2025 die Einführung und praktische Umsetzung der elektronischen Patientenakte (ePA) erproben. Ziel des Projekts ist es, medizinische Informationen wie Arztbriefe, Medikamentenlisten und Entlassberichte sicher zu bündeln und für Behandelnde strukturiert verfügbar zu machen — mit positiven Effekten für Abläufe, Informationsfluss und Patientensouveränität.
„Wir wollen die Digitalisierung im Gesundheitswesen aktiv mitgestalten. Die Einführung der ePA ist ein wichtiger Schritt, um die Versorgung effizienter und transparenter zu machen“, betont Maik Büscher, Regionalgeschäftsführer des Clemenshospitals.
Die Umsetzung gilt als komplexer Transformationsprozess, der im Klinikum Schritt für Schritt und in enger Abstimmung mit Anwendern erfolgt. Gemeinsam mit dem Technikpartner Dedalus sowie weiteren Alexianer-Kliniken werden Lösungen entwickelt, die den Austausch zwischen Kliniken und niedergelassenen Praxen beschleunigen. Erste Fachbereiche – darunter die Gynäkologie – nutzen die ePA bereits im Regelbetrieb; die Innere Medizin startet parallel im Dialog mit den Hausärzten der Region.
Auch aus Sicht der niedergelassenen Medizin ist der Austausch zentral. „Der Kontakt zum Clemenshospital und zu den Alexianern war bisher sehr zielführend. Wir gehen motiviert in die kommenden Monate und bleiben im Austausch. Das Hauptthema ist und bleibt Vernetzung“, sagt Dr. Peter Münster, Vorstand des Hausärzteverbunds Münster.
Die ePA soll insbesondere den Informationsfluss zwischen Krankenhaus und Praxen verbessern und Patientinnen und Patienten mehr Transparenz über ihre Gesundheitsdaten ermöglichen. Gleichzeitig entsteht eine engere digitale Vernetzung der beteiligten Leistungserbringer — ein wesentliches Element moderner Gesundheitsversorgung.
Angesichts der technologischen und organisatorischen Anforderungen erfolgt die Einführung bewusst mit langfristiger Perspektive. „Das ist kein Sprint, sondern ein Marathon“, sagt Sven Lindenau, Mitglied der Betriebsleitung der Alexianer DaKS GmbH, der für die technische Umsetzung verantwortlich ist. „Aber wir sind auf einem sehr guten Weg.“
Büscher unterstreicht den Anspruch des Hauses, die Pilotfunktion aktiv zu gestalten: „Mit unserem Pilotstatus und der engen Zusammenarbeit mit Anwendern und Softwareentwicklern schaffen wir eine fundierte Grundlage für eine digitale Zukunft im Gesundheitswesen – und sind stolz darauf, damit zu den ersten in Deutschland zu gehören.“






