Bundeswehr und BG Kliniken üben Dekontamination in Koblenz

Gemeinsame CBRN-Übung von Bundeswehrzentralkrankenhaus und BG Klinik Ludwigshafen

Das Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz und die BG Unfallklinik Ludwigshafen haben im Mai gemeinsam eine Dekontaminationsübung für kontaminierte Verletzte durchgeführt. Ziel war es, die Versorgung nach einem möglichen CBRN-Ereignis unter realistischen Bedingungen zu trainieren. Wie das Kommando Gesundheitsversorgung der Bundeswehr berichtet, stand dabei insbesondere die Zusammenarbeit ziviler und militärischer Kräfte im Fokus.

Die Versorgung einer größeren Anzahl kontaminierter Verletzter gilt als eines der komplexesten Einsatzszenarien im Krankenhausbetrieb. Vor diesem Hintergrund haben das Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz und die BG Unfallklinik Ludwigshafen im Mai eine gemeinsame Übung zur Verletzten-Dekontamination durchgeführt. Ziel des Szenarios war es, Abläufe im Ernstfall bei einer möglichen Kontamination durch chemische, biologische, radiologische oder nukleare Stoffe (CBRN) zu erproben und zu koordinieren.

Im Rahmen der Übung fuhren Einsatzfahrzeuge des Technischen Hilfswerks sowie der Feuerwehr Ludwigshafen am Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz vor. Sie brachten nicht nur Material zur Dekontamination, sondern auch spezialisiertes Personal der BG Klinik Ludwigshafen mit. Insgesamt trainierten zehn Angehörige des Bundeswehrkrankenhauses gemeinsam mit elf Einsatzkräften der BG Klinik Ludwigshafen die strukturierte Versorgung potenziell kontaminierter Verletzter.

Das Szenario basierte auf einem angenommenen Industrieunfall mit radioaktiver Kontamination. In einem solchen Fall dürfen Verletzte erst nach einer Dekontamination in die weitere klinische Behandlung überführt werden. Die Übung simulierte dabei realitätsnah die Einrichtung und den Betrieb entsprechender Dekontaminationsbereiche vor dem Krankenhaus.

Oberfeldarzt Benjamin B., der die Übung organisierte und für den Krankenhausalarm- und -einsatzplan am Standort Koblenz verantwortlich ist, betonte die wachsende Bedeutung solcher Trainings. Angesichts der veränderten sicherheitspolitischen Lage und der Anforderungen im Kontext der Landes- und Bündnisverteidigung nehme die Vorbereitung auf komplexe Schadenslagen deutlich an Relevanz zu. Die Fähigkeit zur eigenständigen Erstversorgung kontaminierter Patienten sei aus seiner Sicht kein Spezialthema weniger Zentren, sondern müsse breiter im Krankenhauswesen verankert werden.

Ein zentraler Bestandteil der Übung war das korrekte Anlegen und die Nutzung spezieller Schutzanzüge. Gemischte Teams aus beiden Kliniken unterstützten sich gegenseitig beim Anlegen der Schutzausrüstung. Die Überprüfung aller Schutzbarrieren nahm dabei mehrere Minuten in Anspruch, da bereits kleinste Undichtigkeiten erhebliche Risiken für das Personal darstellen können. Der Fokus lag entsprechend auf Sicherheit, Präzision und klaren Abläufen unter Stressbedingungen.

Die BG Unfallklinik Ludwigshafen ist Teil der BG Kliniken und auf die Versorgung schwerer Unfallverletzungen spezialisiert. Nach Angaben von Professor Dr. Dr. Michael Kreinest, Leiter der Stabsstelle Katastrophenmedizin, werden dort jährlich rund 150 Patientinnen und Patienten behandelt, die mit chemischen Giftstoffen in Kontakt gekommen sind. Diese Erfahrung stelle eine wichtige Grundlage für die Zusammenarbeit im Bereich der Katastrophenmedizin dar.

Die Übung verdeutlicht insgesamt die enge Verzahnung zwischen militärischen und zivilen Strukturen im deutschen Gesundheitssystem. Krankenhäuser sind verpflichtet, ihre Alarm- und Einsatzpläne regelmäßig zu überprüfen und praktisch zu erproben. Insbesondere CBRN-Lagen stellen dabei eine besondere Herausforderung dar, da sie hohe Anforderungen an Logistik, Personenschutz und interinstitutionelle Koordination stellen.

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