Bezirkskliniken Mittelfranken: Defizit von 5,8 Millionen Euro – Investitionen und Versorgung bleiben im Fokus
Jahresabschluss 2025 zeigt wirtschaftlichen Druck – Klinikverbund hält an Modernisierung fest und warnt vor zusätzlichen Belastungen durch geplante GKV-Reform
Die Bezirkskliniken Mittelfranken haben das Geschäftsjahr 2025 mit einem Defizit von 5,8 Millionen Euro abgeschlossen. Trotz des negativen Jahresergebnisses will der kommunale Klinikverbund seinen Modernisierungskurs fortsetzen und an zentralen Investitionsprojekten festhalten. Gleichzeitig warnt die Einrichtung vor zusätzlichen Belastungen durch das geplante GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz des Bundes.
Der Verwaltungsrat der Bezirkskliniken Mittelfranken hat den Jahresabschluss 2025 beschlossen und den Vorstand entlastet. Nach Angaben des Klinikverbundes blieb das operative Geschäft weitgehend ausgeglichen. Das Jahresergebnis sei jedoch durch Investitionsbedarfe sowie zusätzliche gesetzliche Anforderungen belastet worden.
Nach Darstellung der Bezirkskliniken verdeutlicht das Defizit die wirtschaftlich angespannte Lage kommunaler Krankenhäuser. Interne Effizienzmaßnahmen und Prozessoptimierungen könnten Belastungen zwar abmildern, reichten aber nicht aus, um steigende Kosten vollständig zu kompensieren.
Die Kaufmännische Vorständin Stinne Fronius erklärte, die kommenden Jahre würden wirtschaftlich anspruchsvoll bleiben. Ziel sei es, finanzielle Mittel gezielt einzusetzen, Investitionen zu priorisieren und Abläufe weiter zu verbessern, um eine verlässliche und wohnortnahe Versorgung in Mittelfranken sicherzustellen.
Ungeachtet der finanziellen Situation hält der Klinikverbund an mehreren strategischen Bau- und Entwicklungsprojekten fest. Im Mittelpunkt steht insbesondere die Modernisierung der Klinikstandorte. Am Klinikum am Europakanal in Erlangen schreitet der Generalausbau nach Angaben des Trägers planmäßig voran. Die Inbetriebnahme des ersten Stations- und Patientengebäudes ist für die Jahre 2027 beziehungsweise 2028 vorgesehen.
Darüber hinaus soll Ende 2026 die neue Psychosomatische Fachklinik Altmühltal in Treuchtlingen eröffnet werden. Nach Einschätzung der Bezirkskliniken soll damit eine bestehende Versorgungslücke in Mittelfranken geschlossen werden.
Der Vorstand Medizin, Dr. Matthias Keilen, betonte die Bedeutung psychiatrischer und psychosomatischer Versorgung über rein wirtschaftliche Betrachtungen hinaus. Investitionen in die Gesundheitsversorgung seien zugleich Investitionen in gesellschaftliche und wirtschaftliche Stabilität einer Region.
Mit Blick auf die Bundespolitik äußern die Bezirkskliniken zugleich Sorge über die Auswirkungen des geplanten GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes. Zwar sei das Ziel stabiler Krankenkassenbeiträge nachvollziehbar, aus Sicht des Klinikträgers dürfe dies jedoch nicht dazu führen, dass Krankenhäuser steigende Kosten ohne ausreichende Refinanzierung tragen müssten.
Der Verwaltungsratsvorsitzende und Bezirkstagspräsident Peter Daniel Forster warnte davor, dass zusätzliche wirtschaftliche Belastungen am Ende kommunale Haushalte stärker beanspruchen könnten. Sollten Krankenhäuser weiter in Defizite geraten, müssten Städte, Landkreise und Bezirke die Finanzierungslücken schließen.
Die Bezirkskliniken verweisen zudem auf die Position der Deutschen Krankenhausgesellschaft, wonach finanzielle Begrenzungen ohne zusätzliche wirtschaftliche Gestaltungsspielräume den Druck auf Krankenhäuser weiter erhöhen könnten. Aus Sicht des Klinikverbundes sei daher eine Finanzierung erforderlich, die sowohl Beitragsstabilität als auch eine verlässliche Versorgung langfristig absichert.




