Bethesda Krankenhaus Bergedorf übernimmt mehr Verantwortung im Hamburger Südosten

Verlagerung der BG-Klinikum-Akutversorgung erhöht Druck auf Krankenhausplanung und Infrastruktur

Das Agaplesion Bethesda Krankenhaus Bergedorf bereitet sich auf eine deutlich wachsende Versorgungsaufgabe im Hamburger Südosten vor. Hintergrund ist die geplante Neuordnung und Verlagerung wesentlicher Akutbereiche des BG Klinikums Hamburg. Wie das Krankenhaus mitteilt, seien nun schnelle Entscheidungen bei Krankenhausplanung, Leistungsangebot und Finanzierung notwendig, um die regionale Versorgung langfristig sicherzustellen.

Mit der geplanten Verlagerung von Teilen der Akutversorgung des BG Klinikums Hamburg wird das Agaplesion Bethesda Krankenhaus Bergedorf künftig eine größere Rolle in der regionalen Gesundheitsversorgung übernehmen. Nach Angaben der Klinik betrifft dies ein Versorgungsgebiet mit rund 200.000 Menschen im Bezirk Bergedorf und im angrenzenden Umland. Bereits heute ist das Krankenhaus als Notfallversorger der Stufe 2 ein zentraler Bestandteil der Versorgung im Hamburger Südosten. Rund 33.000 Notfallkontakte pro Jahr verdeutlichen die hohe Auslastung der bestehenden Strukturen. Durch den Wegfall weiterer Akutkapazitäten am BG Klinikum rechnet das Bethesda Krankenhaus mit einem zusätzlichen Anstieg insbesondere bei unfallchirurgischen und stationären Behandlungsfällen. Geschäftsführerin Ulla Berlit sieht darin eine große Verantwortung für den Standort. Gleichzeitig fordert sie klare politische Entscheidungen zur zukünftigen medizinischen Ausrichtung und zur Finanzierung notwendiger Investitionen.

Krankenhausplanung entscheidet über zukünftige Versorgung

Ein zentraler Punkt für die weitere Entwicklung des Krankenhauses ist aus Sicht des Bethesda die Umsetzung der Hamburger Krankenhausplanung 2027. Die Klinik warnt davor, dass fehlende Leistungsgruppen die Möglichkeiten zur spezialisierten Weiterbehandlung einschränken könnten. Nach Einschätzung der Krankenhausleitung könnten dadurch zusätzliche Verlegungen notwendig werden. Dies würde längere Transportwege für Patientinnen und Patienten bedeuten und zugleich Rettungsdienste sowie aufnehmende Kliniken stärker belasten.

Für das Krankenhausmanagement steht damit die Frage im Mittelpunkt, wie regionale Versorgungsketten künftig organisiert werden. Nach Ansicht des Bethesda reicht eine reine Basis-Notfallversorgung nicht aus, um eine leistungsfähige Krankenhausstruktur wirtschaftlich und medizinisch nachhaltig zu betreiben.

Integriertes medizinisches Angebot soll Versorgung sichern

Die Klinik setzt auf ein vernetztes Leistungsportfolio aus Notfallversorgung, Diagnostik, Spezialisierung und Weiterbehandlung. Nach Darstellung der Krankenhausleitung ermöglicht diese Struktur eine Behandlung ohne unnötige Unterbrechungen und reduziert Verlegungen.

Als Beispiel nennt das Bethesda Krankenhaus die neurologische Versorgung. Die Klinik betreibt eine der größten Stroke Units Hamburgs und behandelt nach eigenen Angaben jährlich rund 1.100 Schlaganfallpatientinnen und -patienten. Durch die direkte Zusammenarbeit mit weiteren Fachbereichen wie Gefäßmedizin und Kardiologie könne eine kontinuierliche Behandlung innerhalb des Standortes gewährleistet werden. Auch die Wirbelsäulenchirurgie ist eng mit der Notfallversorgung verbunden. Durch die Zertifizierung als lokales Traumazentrum sieht das Krankenhaus eine Grundlage geschaffen, die Versorgung weiter auszubauen. Perspektivisch soll der Standort zu einem regionalen Traumazentrum weiterentwickelt werden.

Erweiterung der Notaufnahme und INZ als zentrale Forderungen

Eine besondere Bedeutung misst das Agaplesion Bethesda Krankenhaus der Einrichtung eines Integrierten Notfallzentrums (INZ) bei. Diese sollen künftig ambulante und stationäre Notfallstrukturen miteinander verbinden und Patientinnen und Patienten gezielter in die passende Versorgungsebene steuern. Nach Einschätzung des Krankenhauses würde ein INZ dazu beitragen, die Notaufnahme zu entlasten und medizinische Ressourcen effizienter einzusetzen. Ohne eine solche Struktur würden auch ambulant behandelbare Fälle weiterhin die stationären Notfallstrukturen belasten.

Die bestehende Zentrale Notaufnahme wurde nach Angaben des Krankenhauses im Jahr 2009 für rund 25.000 Patientinnen und Patienten ausgelegt. Angesichts der inzwischen höheren Fallzahlen sei eine Erweiterung notwendig. Die Klinik fordert daher eine zeitnahe Förderentscheidung für den geplanten Neubau der Notaufnahme und die Modernisierung weiterer Funktionsbereiche.

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