St. Bernhard Hospital Brake kündigt Klinikschließung an
Freigemeinnütziges Krankenhaus im Landkreis Wesermarsch beendet Betrieb nach wirtschaftlicher Krise
Das St. Bernhard Hospital in Brake steht vor der Schließung. Wie der Norddeutscher Rundfunk (NDR) berichtet, habe der Träger, die Katholische Stiftung St. Bernhard Hospital, die Einstellung des Krankenhausbetriebs und des Medizinischen Versorgungszentrums angekündigt. Die Schließung soll voraussichtlich im Herbst 2026 erfolgen und betrifft rund 350 Mitarbeitende.
Die Katholische Stiftung St. Bernhard Hospital hat das Ende des Krankenhausbetriebs am Standort Brake angekündigt. Nach Angaben des Trägers lasse die wirtschaftliche Entwicklung eine Fortführung der Klinik nicht mehr zu. Der Schließungsprozess soll unmittelbar beginnen. Das Krankenhaus hatte bereits im vergangenen Jahr Insolvenz angemeldet. Trotz zwischenzeitlicher Zuversicht hinsichtlich einer möglichen Zukunft des Standorts konnte die wirtschaftliche Stabilisierung offenbar nicht erreicht werden.
Als wesentliche Ursachen nennt die Klinik mehrere Faktoren, die derzeit viele Krankenhäuser in Deutschland belasten. Dazu zählen insbesondere die Auswirkungen der Krankenhausreform und die damit verbundenen veränderten Finanzierungsbedingungen. Hinzu kommen erhebliche Kostensteigerungen in nahezu allen Bereichen des Krankenhausbetriebs.
Besonders belastend seien nach Angaben des Krankenhauses die dauerhaft steigenden Tarifkosten sowie die allgemeine Inflation gewesen. Während kommunale Krankenhausträger vielfach durch finanzielle Unterstützung ihrer Städte und Landkreise stabilisiert werden könnten, verfüge ein freigemeinnütziger Träger wie das St. Bernhard Hospital nicht über vergleichbare Möglichkeiten.
Geordnete Betriebseinstellung und Sicherung der Patientenversorgung
Bis zur endgültigen Schließung soll die medizinische Versorgung weiterhin sichergestellt werden. Die Betriebseinstellung erfolgt nach Angaben des Krankenhauses schrittweise und geordnet. Die Notaufnahme bleibt bis zur Schließung geöffnet.
Bereits geplante Operationen und Behandlungen werden überprüft. Da der Krankenhausbetrieb zunächst bis Ende September fortgeführt werden soll, können einzelne Eingriffe vorgezogen werden. Falls erforderlich, sollen Behandlungen gemeinsam mit anderen Krankenhäusern organisiert werden. Auch die Patientenakten bleiben entsprechend der gesetzlichen Vorgaben gesichert. Patientinnen und Patienten behalten weiterhin ihre Rechte auf Auskunft und Einsicht in die Unterlagen.
Beschäftigte erhalten Unterstützung bei Übergang
Für die rund 350 Mitarbeitenden bedeutet die Schließung einen erheblichen Einschnitt. Die Geschäftsführung kündigt Gespräche mit Sozialpartnern und anderen Krankenhäusern an, um möglichst viele Anschlussbeschäftigungen zu ermöglichen. Nach Angaben des Krankenhauses bestehen bereits Gespräche mit anderen Kliniken. Gleichzeitig wird es auch zu Kündigungen kommen.
Zukunft des Standorts bleibt offen
Welche Nutzung das Krankenhausgebäude künftig erhalten wird, ist derzeit noch nicht entschieden. Auch eine mögliche weitere medizinische Nutzung des Standorts kann nach Angaben der Geschäftsführung aktuell nicht bewertet werden.




