Universitätsmedizin Frankfurt startet eigene Private Cloud für Klinikbetrieb
Neue IT-Infrastruktur soll digitale Versorgung, Datensicherheit und Krisenfestigkeit im Krankenhaus stärken
Die Universitätsmedizin Frankfurt hat Anfang 2026 die technische Einrichtung einer eigenen Private-Cloud-Plattform abgeschlossen und damit einen zentralen Schritt in der Digitalisierung des Klinikbetriebs vollzogen. Wie die Einrichtung am 24. März 2026 mitteilte, beginnt nun die schrittweise Migration der klinischen IT-Systeme in die neue Infrastruktur. Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit, Stabilität und Sicherheit digitaler Anwendungen im Krankenhaus nachhaltig zu verbessern.
Die Private Cloud stellt eine eigenständige IT-Infrastruktur dar, bei der dedizierte Serverkapazitäten in einem Rechenzentrum im Raum Frankfurt genutzt werden. Diese sind physisch von anderen Nutzern getrennt und über eine direkte Leitung mit der Universitätsmedizin verbunden. Damit soll sichergestellt werden, dass zentrale Systeme auch bei externen Störungen oder einer Trennung vom Internet weiterhin betrieben werden können. Die Plattform ist zudem standortübergreifend ausgelegt und ermöglicht einen hochverfügbaren Zugriff auf klinische Daten.
Ein wesentlicher Fokus liegt auf der Unterstützung datenintensiver Anwendungen. Insbesondere Telemedizin und KI-gestützte Verfahren sollen künftig stärker in die klinische Versorgung integriert werden. Bislang werden entsprechende Anwendungen häufig projektbezogen betrieben. Die neue Infrastruktur schafft laut Universitätsmedizin die Voraussetzungen, um solche Technologien flächendeckend und regelhaft im Klinikalltag einzusetzen. Dazu zählen unter anderem medizinische Bildanalysen sowie algorithmische Entscheidungsunterstützung in Diagnostik und Therapie.
Auch regulatorische Anforderungen spielen eine zentrale Rolle bei der Umsetzung. Die Universitätsmedizin Frankfurt richtet ihre IT-Strategie gezielt an den Vorgaben für kritische Infrastrukturen (KRITIS) sowie an gesetzlichen Anforderungen wie dem IT-Sicherheitsgesetz und der europäischen NIS-2-Richtlinie aus. Durch die physische Kontrolle über die IT-Hardware und die vollständige Datenhoheit sollen Abhängigkeiten von externen Anbietern reduziert und sensible Patientendaten besser geschützt werden. Ergänzend kommen durchgängige Verschlüsselung sowie zentrale Monitoring- und Sicherheitskonzepte zum Einsatz.
Der Aufbau der Private Cloud erfolgt in Zusammenarbeit mit einem spezialisierten IT-Dienstleister, der sowohl die Migration der Anwendungen als auch den laufenden Betrieb unterstützt. Die vollständige Überführung zentraler Systeme, darunter das Krankenhausinformationssystem (KIS) und bildgebende Archivsysteme (PACS), ist schrittweise bis zum Jahr 2028 vorgesehen.
Für das Krankenhausmanagement verdeutlicht das Projekt die zunehmende strategische Bedeutung eigener IT-Infrastrukturen. Investitionen in digitale Souveränität, Ausfallsicherheit und Skalierbarkeit werden vor dem Hintergrund wachsender regulatorischer Anforderungen und steigender Datenmengen zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Gleichzeitig eröffnet die Plattform neue Möglichkeiten zur Integration innovativer Versorgungskonzepte und zur Optimierung klinischer Prozesse.







