Stationäre Behandlung zuhause: Asklepios testet virtuelle Klinikversorgung für Pflegeheimbewohner
Projekt „VirtualWard“ soll Krankenhausaufenthalte Hochbetagter vermeiden
Mit dem Projekt „VirtualWard“ erprobt der Klinikverbund Asklepios ein neues Versorgungsmodell, bei dem Pflegeheimbewohner stationär behandelt werden, ohne physisch im Krankenhaus zu verbleiben. Seit November 2025 ist das vom Innovationsfonds geförderte Projekt in der praktischen Versorgung angelaufen.
Beteiligt sind die Asklepios-Kliniken Langen (Hessen) sowie Hamburg-Nord – Heidberg, die gemeinsam mit insgesamt sieben Pflegeheimen in ihrem regionalen Umfeld untersuchen, ob hochbetagte Pflegebedürftige in den Einrichtungen medizinisch gleichwertig oder sogar besser versorgt werden können als im klassischen stationären Setting.
Ziel des Projekts ist es, unnötige Klinikaufenthalte älterer Menschen zu vermeiden und zugleich eine stationäre Behandlungsqualität sicherzustellen. Der Projektstart erfolgte im Mai 2025, die eigentliche Versorgungsphase läuft von November 2025 bis Ende Oktober 2026. In diesem Zeitraum sollen insgesamt 106 Patientinnen und Patienten in das Modell eingeschlossen werden.
Die Entscheidung, ob ein Patient für „VirtualWard“ infrage kommt, fällt in der Notaufnahme. Sobald Diagnose und Therapie feststehen, können geeignete Patientinnen und Patienten in das Pflegeheim zurückkehren. Voraussetzung ist, dass zwar ein stationärer Behandlungsbedarf besteht, jedoch kein komplizierter Krankheitsverlauf zu erwarten ist.
Zum Projektstart konzentriert sich Asklepios auf vergleichsweise einfache Krankheitsbilder, insbesondere Infektionen wie Lungen- oder Blasenentzündungen, die in der Regel antibiotisch behandelt werden können. Die medizinische Betreuung erfolgt über tägliche virtuelle Visiten, unterstützt durch Telemonitoring-Geräte und Tablet-Computer direkt am Bett der Pflegebedürftigen.
Voraussetzung für die Teilnahme der Pflegeheime sind unter anderem ein stabiles WLAN sowie ausreichend geschultes und motiviertes Pflegepersonal, das die telemedizinische Übertragung von Vitalparametern sicherstellt.
Da das Projekt neue Versorgungsstrukturen erprobt, wird „VirtualWard“ im Rahmen des Innovationsfonds über einen besonderen Versorgungsvertrag umgesetzt. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen Aufschluss darüber geben, ob virtuelle stationäre Versorgung langfristig einen Beitrag zur Entlastung von Kliniken leisten und zugleich die Versorgungsqualität für hochbetagte Pflegebedürftige verbessern kann.




