Patientenvertrauen sichern: Wie die Resilienz unserer Daten die Qualität der Gesundheitsversorgung gewährleistet

Patientenvertrauen sichern: Wie die Resilienz unserer Daten die Qualität der Gesundheitsversorgung gewährleistet

Während die Gesundheitsbranche mit Hochdruck daran arbeitet, die Versorgung neu zu definieren, kollidiert die digitale Erwartungshaltung der Patienten mit einer oft fragilen Realität. Schwierigkeiten bei der Terminfindung, fehlerhafte Diagnosen oder mangelhafte Kommunikation zwischen den Anbietern lassen dieses Vertrauen schnell schwinden. Das belegen die Zahlen der OECD: Nur 45% der Patienten, die mit solchen Mängeln konfrontiert waren, halten ihr Vertrauen in das System aufrecht. Ihre Wünsche decken sich weitgehend mit denen der Ärzte, die sich nahtlose Verbindungen zwischen den Versorgungspfaden, verbesserte Effizienz und bessere Gesundheitsergebnisse wünschen.

Im Zuge dieser tiefgreifenden Ambitionen transformieren Krankenhäuser ihre Infrastruktur im Hochgeschwindigkeitsmodus: Sie vernetzen Geräte, integrieren Künstliche Intelligenz (KI) und verlagern sensible Patientenakten sowie komplexe Arbeitsabläufe in die Cloud. Diese digitale Revolution verspricht eine intelligentere, schnellere und personalisiertere Gesundheitsversorgung. Doch diese Abhängigkeit schafft ein fragiles Fundament: Jedes System – von der Terminvergabe bis zur Radiologie – ist nun auf den unterbrechungsfreien Zugriff auf einen gigantischen Pool höchst persönlicher Daten angewiesen.

An diesem Punkt droht die Gesundheitsbranche, das Gleichgewicht zu verlieren. Denn mit jedem digitalen Fortschritt potenziert sich das Risiko. Der effiziente Zugriff auf Daten ist das Gebot der Stunde, doch die Datensicherheit muss das unumstößliche Fundament bleiben.

Die Gratwanderung der Modernisierung

Das Gesundheitswesen steht an der Spitze der Angriffsziele von Cyberkriminellen. Der Grund liegt im einzigartigen Wert der gespeicherten Daten: Gesundheitsakten sind Gold wert, denn sie umfassen ein vollständiges Spektrum an sensiblen Informationen – von sehr privaten Krankengeschichten bis hin zu Finanzdaten. Derartige Datenschätze sind für Kriminelle äußerst attraktiv, da sie diese für Identitätsdiebstahl, Finanzbetrug und Erpressung missbrauchen können.

Diesen Datenreichtum lagern die Organisationen jedoch oft auf einem maroden Fundament: Die Systeme, über die das medizinische Personal auf die Informationen zugreift, sind von technischen Altlasten und Veralterung gezeichnet. Jahrzehntealte elektronische Patientenakten (EHRs), starre Mainframes und kundenspezifische Anwendungen sind kaum zu warten, geschweige denn in moderne Abläufe integrierbar. Hinzu kommen die Sicherheitslücken, die durch Pandemie-Schnelllösungen – insbesondere VPNs, die an diese veralteten Netzwerke angebunden wurden – hinterlassen wurden.

Diese Fülle an sich überschneidenden, veralteten Insellösungen untergräbt nicht nur die notwendige „Always-on“-Zuverlässigkeit und treibt die Kosten in die Höhe, sondern beeinträchtigt auch die notwendige Transparenz. Hochwertige, schützenswerte Daten treffen auf eine schlecht gerüstete Infrastruktur. Diese Mischung ist das perfekte Rezept für Missstände: Sie verzögert Diagnosen, stört Behandlungspläne und erschüttert das Vertrauen der Patienten nachhaltig.

Risiken im Gesundheitswesen verstehen

Die Konsequenzen von Sicherheitsrisiken im Gesundheitswesen beschränken sich nicht auf Geldstrafen oder Reputationsschäden. Die wahren Kosten bemessen sich an Menschenleben: Sie steigen exponentiell, wenn kritische Systeme ausfallen und Patienten in Gefahr geraten, und kulminieren im unwiederbringlichen Vertrauensverlust nach der Offenlegung sensibler Daten.

Ransomware stellt dabei eine besonders akute Bedrohung dar. Wenn Ärzte lebenswichtige Tools nicht mehr nutzen können oder Patientenbehandlungen unterbrochen werden, wird der Druck zur Lösegeldzahlung überwältigend – ein fataler Kreislauf, der kriminelle Netzwerke direkt finanziert. Dank Ransomware-as-a-Service sind diese ausgeklügelten Kampagnen heute leichter denn je durchführbar, was die Verstöße branchenweit eskalieren lässt und den Cyperkriminalitätskreislauf unaufhaltsam antreibt.

Doch Ransomware ist nur ein Element eines wachsenden Arsenals: Von Datendiebstahl über Erpressung bis hin zu kompletten Dienstunterbrechungen haben Cyberkriminelle eine Vielzahl an Taktiken in petto. Ein einziger erfolgreicher Angriff genügt, um die gesamte Gesundheitsversorgung lahmzulegen. Zusätzlich verschärfen Insider und Dritte die Anfälligkeit. Überlastete Mitarbeiter, Auftragnehmer und Geschäftspartner erweitern die Angriffsfläche massiv. Ein einziger unbedachter Klick, wiederverwendete Anmeldedaten oder eine versehentlich freigegebene Datei öffnet Angreifern oft Tür und Tor. Parallel dazu schafft die rasche Einführung von KI neue Einfallstore, durch die sensible Informationen über Prompts, Ausgaben und ungesicherte „Schatten-Tools“ ohne jegliche Sichtbarkeit oder Schutzmaßnahmen entweichen können.

All diese Faktoren verschmelzen zu einer komplexen, konvergierenden Risikolandschaft. Um diese zu bewältigen, sind herkömmliche Perimeter-Abwehrmaßnahmen und einfache Punktlösungen nicht länger gerüstet.

Einheitliche Sicherheit: Der Weg zur Resilienz

Da die Gesundheitsbranche auf die effektive Nutzung von Daten zur Optimierung der Behandlungspfade und Gesundheitsergebnisse setzt, muss sie die Architekturen zum Schutz dieser wertvollen Informationen grundlegend neu bewerten. Stückwerk-Lösungen sind nicht länger tragbar; sie stehen im Widerspruch zu einer umfassenden digitalen Strategie.

Die Datensicherheit muss vollständig vereinheitlicht werden, um die klaffenden Lücken zu schließen, die eine Ausbreitung von Cyber-Risiken ermöglichen. Das Ziel ist eine nahtlose Integration, die sich bedarfsgerecht skaliert, angemessenen Zugriff ohne unnötige Reibung gewährt und sich dynamisch an den Echtzeit-Kontext von Nutzern und Daten anpasst.

Den Grundstein dafür legt eine Secure Access Service Edge (SASE)-Plattform. SASE ist eine End-to-End-Plattform, die Krankenhäuser mit Konnektivität, Zugriff und Sicherheit versorgt und dadurch die Notwendigkeit mehrerer Einzellösungen beseitigt (ganzheitlicher Ansatz). Dieses Framework fusioniert kritische Netzwerk- und Datenschutzfunktionen in einer zentralen, cloudbasierten Architektur. SASE befähigt Gesundheitsorganisationen, das gesamte Risikospektrum aus einer Hand zu überblicken und zu steuern, indem es Zugriffskontrolle, Datenschutz und Bedrohungsprävention eng um den Benutzer und die Daten verknüpft.

Im Kern dieses Modells stehen die Zero-Trust-Prinzipien. Hier werden Kontextsignale kontinuierlich ausgewertet, um Zugriffsentscheidungen – basierend auf der Identität, dem Verhalten des Benutzers, dem Gerätestatus, dem Standort und der Sensibilität der Daten – dynamisch anzupassen. Dies garantiert, dass Klinikmitarbeiter, Auftragnehmer und Dritte ausschließlich den Zugriff erhalten, den sie benötigen. Ein weiterer entscheidender Vorteil der Cloud-Architektur ist der geringe Verwaltungsaufwand: Die Plattform liefert jetzt Updates ohne aufwendige Upgrades vor Ort, was angesichts der oft knappen IT-Ressourcen in Krankenhäusern sehr nützlich ist.

Ein Inline-Datenschutz wird zum entscheidenden Puzzlestück: Er schützt Daten sowohl während der Übertragung als auch im Ruhezustand. Dank fortschrittlicher Inspektion und Erkennung bleiben sensible Informationen – gerade im Hinblick auf persönliche Gesundheitsdaten und Forschungsdaten – über Cloud-Plattformen, SaaS-Anwendungen und den gesamten Webverkehr hinweg identifiziert und geschützt. Die Prävention von Missbrauch und Lecks ist hier ebenso lebenswichtig wie die eigentliche Abwehr des Angriffs. Zudem müssen Anbieter die lokalen Compliance-Anforderungen erfüllen. Es ist unerlässlich, einen Partner zu wählen, der garantiert, dass Ihre Daten ausschließlich in Deutschland verarbeitet und gespeichert werden.

Fazit

Die Vereinheitlichung der Datensicherheit bietet einen umfassenden Überblick über die Datenbestände und die Sicherheitslage. Sie ermöglicht es, Risiken und Störungen über ein einziges Framework zu verwalten. Durch die Integration von SASE mit weiteren Tools wie Erkennungs- und Reaktions-, IT-Servicemanagement- sowie Backup- und Wiederherstellungslösungen entsteht ein geschlossenes System zur Durchsetzung adaptiver Richtlinien. Diese Konsolidierung eliminiert störende Reibungsverluste zwischen Pflege und Sicherheit und schafft gleichzeitig Leistung, Compliance und Ausfallsicherheit.

Die größte Chance für das moderne Gesundheitswesen liegt darin, Datenrisiken proaktiv zu managen, ohne den technologischen Fortschritt auszubremsen. Die Organisationen, denen dieser Balanceakt gelingt, werden eine sichere, vernetzte und vertrauenswürdige Versorgung ohne Kompromisse gewährleisten.

Autor: Mathias Widler

Mathias Widler, Vice President Central & Eastern Europe bei Netskope

Foto: Netscope

Als Vice President Central & Eastern Europe leitet Mathias Widler die Vertriebs- und Außendienst Teams in den schnell expandierenden Märkten bei Netskope. Widler verfügt über umfangreiche Erfahrungen im Sicherheits- und Netzwerkvertrieb. Bevor er zu Netskope wechselte, war Widler u.a. erfolgreich bei Zscaler und Palo Alto Networks tätig.