Digitalisierung der Kliniken in Niedersachsen schreitet voran
Reifegrad steigt über Bundesdurchschnitt – TK lobt Fortschritt, mahnt aber zur Vernetzung
Die niedersächsischen Krankenhäuser haben in den vergangenen Jahren deutliche Fortschritte bei der Digitalisierung gemacht. Wie die Techniker Krankenkasse (TK) mitteilt, stieg der digitale Reifegrad der Kliniken im Zeitraum von 2021 bis 2024 von 34,3 auf 43,4 Punkte (von 100 möglichen). Damit liegt Niedersachsen über dem bundesweiten Durchschnitt von 42,4 Punkten. Grundlage ist eine Erhebung des Konsortiums „Digitalradar Krankenhaus“ im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums.
Bewertet wurden insgesamt 158 Kliniken in sieben Kategorien, darunter IT-Sicherheit, klinische Prozessabläufe, Telemedizin und Patientenbeteiligung. Besonders betont wird die zunehmende Einbindung der Patient:innen über Portale und digitale Schnittstellen.
Sabrina Jacob, kommissarische Leiterin der TK-Landesvertretung Niedersachsen, begrüßt die positive Entwicklung, warnt jedoch vor isolierten Insellösungen: „Patientinnen und Patienten brauchen einen zentralen Zugriff auf ihre medizinischen Daten. Die elektronische Patientenakte bildet die notwendige Basis für ein vernetztes Gesundheitswesen.“
Finanziell unterstützt wird die digitale Transformation durch den Krankenhauszukunftsfonds (KHZF), in den Bund und Länder insgesamt rund 4,3 Milliarden Euro investiert haben. Niedersachsen stellte dabei 122 Millionen Euro bereit. Mit dem Digitalradar soll überprüft werden, wie wirksam diese Fördermittel eingesetzt werden und ob sie tatsächlich zu einer strukturellen Verbesserung führen.
Jacob betont abschließend: „Ziel ist die Etablierung anschlussfähiger und nachhaltiger digitaler Infrastrukturen – nicht der parallele Aufbau von Einzelprojekten in jeder Einrichtung.“




